Peking/Brüssel (Reuters) - Im Handelsstreit mit der Europäischen Union leitet China eine Antidumping-Untersuchung bei Schweinefleischimporten aus der EU ein.

Die Prüfung werde sich vor allem auf Schweinefleisch konzentrieren, das für den menschlichen Verzehr vorgesehen sei, etwa frische und tiefgefrorene Stücke oder Innereien, teilte das Handelsministerium in Peking am Montag mit. China bezog im Jahr 2023 Schweinefleisch im Wert von sechs Milliarden Dollar aus dem Ausland, einschließlich Nebenprodukten, die bei der Schlachtung anfallen. Mehr als die Hälfte der Waren kamen aus der EU. Schweineteile wie Füße, Ohren und Innereien sind in China anders als in Europa sehr begehrt. Die nun eingeleitete Untersuchung folgt auf die Drohung der EU-Kommission, bestimmte Elektroautos aus China mit Sonderzöllen zu belegen. Diese könnten zusätzlich zum Standardsatz von zehn Prozent bis zu 38,1 Prozent betragen. Bis Anfang Juli soll verhandelt werden, ob dazu eine andere Lösung für den Streit gefunden werden kann, bei dem es um den Vorwurf wettbewerbsverzerrender Subventionen geht. China hatte mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums soll die Untersuchung der Schweinefleischimporte voraussichtlich ein Jahr bis zum 17. Juni 2025 laufen. Gegebenenfalls könne sie aber um weitere sechs Monate verlängert werden.

Die EU reagierte gelassen. Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte, die Staatengemeinschaft sei nicht besorgt wegen der Eröffnung der Untersuchung. Die EU werde angemessen eingreifen, um sicherzustellen, dass die Untersuchung allen relevanten Regeln der Welthandelsorganisation entspreche. Spanien forderte jedoch Verhandlungen, um Zölle auf seine Schweinefleischexporte nach China zu vermeiden. Spanien ist mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar der mit Abstand größte Lieferant aus Europa, gefolgt von den Niederlanden und Dänemark.

(Bericht von Joe Cash, Albee Zhang und Ella Cao, geschrieben von Christian Rüttger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)