London (Reuters) - Der britische Arbeitsmarkt zeigt vor der anstehenden Zinssitzung weitere Anzeichen einer Abkühlung.

Die Arbeitslosenquote für den Zeitraum Februar bis April stieg auf 4,4 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit den Sommermonaten 2021, wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Erwerbstätigen ist seit Ende 2023 um 207.000 gesunken, während die der Arbeitslosen um 190.000 gestiegen ist. Diese Zahlen bedeuten weiteren Gegenwind für den konservativen Premierminister Rishi Sunak vor den Parlamentswahlen am 4. Juli, aus denen laut Prognosen die oppositionelle Labour-Party als klare Siegerin hervorgehen dürfte.

Die Bank of England (BoE), die am 20. Juni wieder über die Leitzinsen entscheidet, strebt einen nachhaltigen Rückgang der Inflation in Richtung ihres Ziels von zwei Prozent an. Sie achtet dabei insbesondere auf den Arbeitsmarkt und die Entwicklung des Lohnwachstums. Die Gehälter ohne Prämien stiegen in den drei Monaten bis Ende April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,0 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein leicht höheres Plus von 6,1 Prozent prognostiziert.

Nach jahrelangem Höhenflug ist die Inflation auf der Insel mittlerweile spürbar gesunken. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im April zum Vorjahresmonat nur noch um 2,3 Prozent, nach 3,2 Prozent im März. Dies ist die niedrigste Rate seit Juli 2021. Mit dem abebbenden Preisdruck nähert sich die BoE ihrem Ziel von zwei Prozent. An den Finanzmärkten wird allerdings damit gerechnet, dass die Notenbank mit einer Zinssenkung noch bis September warten wird.

(Bericht von Andy Bruce, William Schomberg, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)