Versorgungsunternehmen - Iberdrola, Engie, National Grid...
Wenn die Märkte schwanken, wird weder Strom noch fließendes Wasser abgestellt. Versorgungsdienstleistungen bleiben unverzichtbar, egal unter welchen Umständen. Sie sind das Fundament des täglichen Lebens: Wir heizen unsere Wohnungen und schalten das Licht ein, auch wenn die Börse in Aufruhr ist. Daher ist die Volatilität der Ergebnisse dieser Unternehmen – theoretisch – geringer, auch wenn dies keine exakte Wissenschaft ist. Ein Stromversorger, dessen Industriekunden in einer Krise weniger produzieren, wird zwangsläufig weniger Geld verdienen. Aber es ist unwahrscheinlich, dass seine Einnahmen vollständig verschwinden.

Nahrungsmittel und Getränke - Danone, Nestlé, Diageo...
Krise hin oder her, essen und trinken muss man weiterhin. Dieser Sektor funktioniert wie ein gut gefüllter Vorratsschrank: Verbraucher können bei Extras sparen, aber nicht bei Grundnahrungsmitteln. Nestlé oder Danone sind vielleicht keine glamourösen Aktien, aber sie bieten Sicherheit – ähnlich wie eine Dose Konserven im Schrank für den Notfall.

Telekom - Swisscom, Deutsche Telekom...
Auch in Krisenzeiten kündigt niemand seinen Telefonanschluss. Das Smartphone bleibt eine wesentliche Verbindung zur Welt, ein Arbeitswerkzeug, ja sogar eine psychologische Rettungsleine. Daher bieten die Telekommunikationsunternehmen eine regelmäßige, fast mechanische Einnahmequelle, die Anlegern gefällt, wenn Unsicherheit herrscht.

Gesundheit - Sanofi, Novartis, AstraZeneca...
Gesundheit ist die oberste Priorität. Ob die Märkte steigen oder fallen, der medizinische Bedarf bleibt bestehen. Die großen Pharmaunternehmen verkörpern dieses Versprechen der Kontinuität. Sie entwickeln Behandlungen, die oft langfristig, wenn nicht lebenslang, konsumiert werden. Der Sektor scheint heute umso mehr verschont zu bleiben, da er von der Trump-Administration als vorrangiges Ziel ausgemacht wurde, das letztendlich von den Zöllen ausgenommen zu sein scheint (vorbehaltlich einer Überprüfung).

Im Gegensatz dazu bekommen die zyklischen Sektoren - diejenigen, die vom Wohlwollen der Konjunktur abhängen - die Böen als Erste zu spüren:

Logistik - AP Moller Maersk, Kühne und Nagel, DHL...
Wenn der globale Handel nachlässt, leiden die Giganten des Transports und der Lieferung. Weniger Bestellungen, weniger zu versendende Waren: Die Logistikkette verlangsamt sich. Es ist ein Sektor, der wie ein Thermometer der realen Wirtschaft funktioniert – und der fällt, sobald das Fieber steigt. Seine Gewinne sind sehr volatil: Sie können in Zeiten eines Booms im Welthandel in obszöne Höhen schießen und im Falle einer Krise in die roten Zahlen rutschen.

Technologie - ASML, Nokia, Infineon...
Tech-Werte, oft getragen von Innovation und Aussichten auf zukünftiges Wachstum, werden anfällig, wenn die Zinsen steigen und die Sichtbarkeit sinkt. In Zeiten der Unsicherheit reicht das Versprechen von morgen nicht mehr aus: Anleger wollen Konkretes, keine fernen Träume.

Industrie - Airbus, Siemens, Schneider...
Industrielle Investitionen sind direkt mit dem Vertrauen in die Zukunft verbunden. Wenn dieses schwankt, werden große Projekte verschoben oder abgesagt. Ergebnis: Die Auftragsbücher leeren sich, und die Industriewerte werden brutal abgestraft.

Zyklischer Konsum - Adidas, Hugo Boss, Compagnie Financière Richemont...
In schwierigen Zeiten zieht man den Gürtel enger, im wahrsten Sinne des Wortes. Weg mit den neuesten Sneakern oder Luxusuhren, Priorität haben die Grundbedürfnisse. Diese Marken, die in Zeiten des Wohlstands verlockend sind, werden in Zeiten des Rückzugs überflüssig, und die Märkte zeigen ihnen keine Gnade. Sie leiden auch unter dem doppelten Schlag der Über-Zölle in der Lieferkette.

Banken - HSBC, UBS, BNP Paribas...
Banken reagieren auf jede kleinste Bewegung der Zinsen, der Märkte oder der Wirtschaft. Sie sind sowohl Barometer als auch Resonanzkörper. In Krisenzeiten werden sie verdächtig: Risiken von Ausfällen, Spannungen im Kreditgeschäft, Wertminderung von Vermögenswerten... Nichts, was Anleger beruhigt.

Rohstoffe - Rio Tinto, ArcelorMittal, Anglo American...
Dieser Sektor ist eng mit der globalen Wirtschaftsaktivität verknüpft, ähnlich wie die zuvor genannte Logistik. Wenn das Wachstum nachlässt, sinkt die Nachfrage nach Metallen, Energie oder Materialien. Und da die Preise für Rohstoffe extrem volatil sind, erleben die davon abhängigen Werte ein Wechselbad der Gefühle.