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Börse Frankfurt-News: "Wind steht gut für Gold" (Rohstoffe)

10.06.2021 | 11:55

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 11. Juni 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Öl, Kupfer, Zink - Rohstoffe werden teurer und teurer. Ein Barrel Brent-Öl kostet am Mittwochabend 72,51 US-Dollar, das ist so viel wie zuletzt vor zwei Jahren. Der WTI-Preis ist sogar auf den höchsten Stand seit Herbst 2018 geklettert. "Auftrieb gaben eine kurshaltende OPEC+ und Hoffnungen auf eine kräftige Nachfrageerholung", stellt Barbara Lambrecht von der Commerzbank fest.

Laut Dora Borbély von der DekaBank fehlen der globalen Ölnachfrage nur noch etwa 5 Millionen Barrel bis zum Vor-Corona-Niveau. Und das Angebot werde durch die Mitglieder der OPEC+ so knapp gehalten, dass die OECD-Öllagerbestände unter ihren Fünfjahresdurchschnitt gefallen seien. Nach Einschätzung der Rohstoffanalystin wird die OPEC grundsätzlich an ihrer Strategie festhalten. Daher seien die Ölpreise bei über 60 US-Dollar gut verankert. "Das Preisrisiko ist auf der oberen Seite stärker ausgeprägt als auf der unteren."

Hohe Umsätze an der Börse Frankfurt wiesen in den vergangenen vier Wochen der WisdomTree Brent Crude Oil (DE000A1N49P6) und der WisdomTree WTI Crude Oil (DE000A0KRJX4) auf.

Stimmung dreht in absehbarer Zeit nicht

Im Handel mit Rohstoff-ETCs dreht sich an der Börse Frankfurt derzeit aber fast alles um Gold: Mit wachsenden Inflationssorgen ist der Goldpreis nämlich wieder gestiegen. Ende Mai kostete die Feinunze sogar wieder über 1.900 US-Dollar. Aktuell sind es mit 1.894 US-Dollar etwas weniger. Der Rekordstand von 2.069 US-Dollar vom vergangenen August ist nicht mehr weit.

"Der Wind steht gut für die Goldnotierung", erklärt Dora Borbély mit Blick auf die Inflation. Obwohl Analysten immer wieder betonten, dass vorübergehende Sondereffekte die Teuerungsraten nach oben trieben, stiegen die Inflationserwartungen an den Märkten weiter an. Zusammen mit anhaltend niedrigen Zinsen stütze das den Goldpreis. "Es ist nicht zu erwarten, dass der Wind in absehbarer Zeit dreht." Auf Sicht von sechs Monaten prognostiziert die Bank 1.930 US-Dollar.

Xetra-Gold beliebt wie nie

Anleger sehen das genauso: Der Bestand von Xetra-Gold bewegt sich mit aktuell 232 Tonnen auf Rekordhoch. In diesem Jahr ist er damit um weitere 15,1 Tonnen gestiegen.

Xetra-Gold ist auch Umsatzrenner an der Börse Frankfurt. Rege gehandelt wurden in den vergangenen vier Wochen aber auch der Invesco Physical Gold (IE00B579F325), der Xtrackers Physical Gold mit Währungssicherung (DE000A1EK0G3), der WisdomTree Gold (DE000A0KRJZ9) und der WisdomTree Physical Gold Individual Securities (DE000A0N62G0).

Auch der Silberpreis ist in den vergangenen Monaten wieder gestiegen: Die Feinunze geht jetzt zu 27,80 US-Dollar über den Tisch. Ende März waren es weniger als 24 US-Dollar. Hohe Umsätze an der Börse Frankfurt weisen der WisdomTree Physical Silver Individual Securities (DE000A0N62F2) und der Xtrackers Physical Silver (DE000A1E0HS6) auf.

Industriemetalle: Seitwärts auf hohem Niveau

Der rasante Kupferpreisanstieg ist zuletzt etwas ins Stocken geraten. Die Tonne kostet aktuell 9.931 US-Dollar, nachdem der Preis im Mai auf ein neues Allzeithoch von 10.738,50 US-Dollar geklettert war. Dennoch bleibt das Preisniveau extrem hoch: Anfang 2020 waren es nur rund 6.200 Dollar, Anfang 2021 7.800 US-Dollar.

Hohe Umsätze an der Börse Frankfurt wiesen in den vergangenen vier Wochen vor allem der WisdomTree Copper (DE000A0KRJU0) und der WisdomTree Industrial Metals (DE000A0KRKG7) auf.

von: Anna-Maria Borse, 11. Juni 2021, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)


© dpa-AFX 2021
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