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Börse Frankfurt-News: Preisschwäche wegen Wachstumsunsicherheiten (Rohstoffe)

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23.08.2018 | 13:40

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Sorgen um zunehmenden Protektionismus setzen Industriemetallpreisen zu. Trotz Krisenstimmung kommt Gold nicht gut an. Nur der Ölpreis hält sich auf hohem Niveau.

23. August 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Rohstoffpreisschwäche setzt sich fort. "Verhaltene Wachstumsperspektiven und eine weniger lockere Geldpolitik dämpfen die Stimmung der Finanzinvestoren an den Rohstoffmärkten deutlich", erklärt Heinrich Peters von der Helaba. Gleichzeitig seien die Finanzierungsbedingungen vor allem in den per se rohstoffhungrigeren Schwellenländern ungünstiger geworden.

Der Bloomberg Commodity Index, der Anfang Juni noch bei über 90 Punkten notierte, liegt am Mittwochmorgen bei 83,44 Punkten - das entspricht in etwa dem Niveau vor einem Monat. Allerdings liegt das vor allem am festen Ölpreis, Industrie- und Edelmetallpreise sind abermals zurückgegangen.

Industriemetalle deutlich billiger

Der Kupferpreis, der am 7. Juni noch bei 7.330 US-Dollar und vor einem Monat bei 6.167 US-Dollar lag, fiel vergangene Woche auf 5.840 US-Dollar, jetzt sind es 6.025 US-Dollar. Für andere Industriemetalle wie Nickel und Zinn sieht es ähnlich aus. Kupfer-ETCs (WKN A0KRJU) finden sich weiter auf den Abgabelisten, wie Nitesh Shah von Wisdom Tree feststellt, nur bei Nickel-ETCs (WKN A0KRJ4) hielt der Mittelzustrom die achte Woche in Folge an.

Nitesh Shah von WisdomTree erwartet allerdings eine Erholung der Industriemetallpreise, falls die Situation in der Türkei unter Kontrolle bleibt. "Darüber hinaus glauben wir, dass die Metallpreise letztlich von Handelskriegen profitieren, denn der Einfluss von Störungen in den Lieferketten dürfte gegenüber dem Effekt des Nachfragerückgangs überwiegen."

Auch die Commerzbank hält den Preisrückgang für übertrieben. "So kostet Zink als mit Abstand größter Verlierer unter den Industriemetallen in diesem Jahr mittlerweile 35 Prozent weniger als im Jahreshoch", erläutert Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht. Die neuen Zahlen der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) zeigten einen gerade mal ausgeglichenen Markt, für das Gesamtjahr 2018 erwarte die ILZSG bislang sogar ein Angebotsdefizit. "Zudem sind die an der Londoner Metallbörse LME registrierten Zinkvorräte mit rund 250.000 Tonnen eher niedrig." Auch der Bleipreis sei zu billig, die Nachfrage übertreffe bereits das Angebot. "Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einer deutlichen Erholung der Preise."

"Sicherer Hafen" Gold zieht nicht

Der Goldpreis ist schon seit einigen Monaten im Abwärtstrend und zuletzt auf den tiefsten Stand seit über anderthalb Jahren gefallen. Am Mittwochmorgen kostet die Feinunze 1.193 US-Dollar nach 1.252 US-Dollar vor einem Monat und über 1.350 US-Dollar im April.

ETC-Anleger fangen an, die niedrigen Preise für einen Einstieg zu nutzen, allen voran in Xetra-Gold. "Wir haben in der vergangenen Wochen überwiegend Käufe von Gold-ETCs (WKN A0S9GB, A0N62G, A1MECS) gesehen", berichtet etwa Frank Mohr von der Commerzbank.

Auch WisdomTree meldet Zuflüsse in Gold-ETCs. "Die zunächst nur schwache Reaktion von Gold auf die Situation in der Türkei ist vermutlich nicht überzubewerten", meint Shah. Das Metall reagiere möglicherweise mit Verzögerung auf die Wirtschaftskrise in der Türkei. "Unserer Einschätzung nach dürfte Gold in der derzeitigen turbulenten Phase zu einem begehrten Vermögenswert für türkische Haushalte und Anleger avancieren." Hinzu komme, dass die politische Prämie bei Gold steigen könnte, falls die türkische Regierung mit der Kontrolle von Devisen- oder Goldpreisbewegungen drohen sollte.

Auch die Helaba rechnet mit wieder steigenden Notierungen: "Die Abstinenz gegenüber Gold im Zuge der US-Dollar-Stärke müsste inzwischen den Höhepunkt erreicht haben", meint Peters. Selbst die Finanzinvestoren dürften sich auch unter technischen Aspekten wieder stärker für Gold interessieren, zumal die geo- und handelspolitischen Risiken trotz der jüngsten Annäherung zwischen den USA und Europa mit Blick auf China wahrscheinlich weiter ernst zu nehmen seien. "Spätestens nach einem noch möglichen Test von 1.180 US-Dollar dürfte sich erheblich Luft nach oben eröffnen."

Mehrjahrestiefs bei Silber und Platin

Silber notiert sogar auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2016. Aktuell kostet die Unze nur noch 14,75 US-Dollar nach 15,54 US-Dollar vor einem Monat. Auch Platin und Palladium, ebenfalls wichtig für die Industrie, schwächeln, Platin bewegt sich weiter auf dem Niveau des Zehnjahrestiefs und kostet aktuell 792 US-Dollar. Silber- und Platin-ETCs (WKN A0N62F, A0N62D) verzeichneten WisdomTree zufolge im Zuge der Preiseinbrüche starke Abflüsse.

Öl weiter recht teuer

Nur der Ölpreis hält sich noch relativ stabil: Ein Barrel Brent kostet aktuell 73,11 US-Dollar. Anfang 2016 war der Preis unter 30 US-Dollar gefallen, im Mai dieses Jahres aber kurz über 80 US-Dollar geklettert. "Das bis vor nicht allzu langer Zeit noch bestehende Überangebot scheint kein Thema mehr am Ölmarkt zu sein", erklärt Dora Borbély von der DekaBank und verweist auf die erfolgreiche Drosselung der Ölproduktion durch die OPEC-Mitglieder und einige Nicht-OPEC-Länder seit Januar 2017.

Zurzeit könne die Zunahme der weltweiten Ölnachfrage kaum mehr vollständig durch die Mehrproduktion der USA aufgefangen werden, erläutert Borbély. "Sollte im Verlauf des Jahres 2018 infolge des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran deutlich weniger iranisches Rohöl auf den Markt kommen, müssten andere OPEC-Länder in die Bresche springen." Mittelfristig werde die OPEC- und US-Produktion aber infolge der höheren Ölpreise deutlich steigen. "Der Rohölpreis dürfte bis Ende 2019 über 60 US-Dollar bleiben."

Kunden der Commerzbank trennten sich überwiegend von Öl-ETCs, wie Mohr feststellt. Laut WisdomTree gab es zuletzt wenig Bewegung in Öl-ETCs (WKN A0KRMN, A1N49P), seit Jahresanfang sind allerdings hohe Summen aus den Ölprodukten abgeflossen.

von: Anna-Maria Borse

23. August 2018, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

© dpa-AFX 2018

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