Bayerns märchenhafte Königsschlösser, darunter Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof, sind in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden, wie Behörden am Samstag mitteilten.

Die Entscheidung traf das UNESCO-Welterbekomitee während seiner 47. Sitzung in Paris und würdigt damit die architektonische und kulturelle Bedeutung der Schlösser des bayerischen Königs Ludwig II. aus dem 19. Jahrhundert.

Mit dem Bau von Neuschwanstein wurde 1869 begonnen, doch das Projekt wurde nie vollendet. Die Bauarbeiten kamen zum Erliegen, als der bayerische König 1886 starb.

Heute zählt das Schloss zu den beliebtesten Touristenzielen Deutschlands und zieht jährlich etwa 1,4 Millionen Besucher an. Es inspirierte das Logo des Disney-Schlosses, nachdem Walt Disney das Bauwerk in den 1950er Jahren besucht hatte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Auszeichnung als eine ,,weltweite Anerkennung" und nannte Neuschwanstein das ,,Wahrzeichen Bayerns par excellence".

,,Für unsere Märchenschlösser wird ein Märchen wahr", sagte er in einer Stellungnahme.

Neuschwanstein vereine große Kunst und Kultur, aber auch ein wenig ,,Kitsch und Klischee", fügte er hinzu.

,,Wenn Menschen weltweit das Schloss sehen, denken manche vielleicht an Disney - aber nein: Neuschwanstein ist und bleibt das Original aus Bayern."
(Bericht von John Revill in Zürich, Redaktion: Thomas Seythal)