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BDI halbiert Wachstumsprognose - Rezession bei russischem Gasstopp

21.06.2022 | 08:21
ARCHIV: Der Sitz des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin, Deutschland, 15. Februar 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat wegen der Doppel-Krise aus Ukraine-Krieg und Folgen der Corona-Pandemie seine Konjunkturprognose für 2022 mehr als halbiert.

Das Bruttoinlandsprodukt werde lediglich um 1,5 Prozent wachsen, sagte der BDI am Dienstag voraus. Vor Ausbruch des russischen Kriegs gegen die Ukraine hatte er mit etwa 3,5 Prozent gerechnet. "Eine Erholung im Sinne einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau ist frühestens zum Jahresende zu erwarten - ganz abgesehen davon, dass uns dann noch immer drei Jahre Trendwachstum fehlen", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm anlässlich des Tags der Deutschen Industrie in Berlin.

Die Konjunktur könne allerdings noch wesentlich schlechter laufen, sollte nicht mehr ausreichend russisches Gas nach Westeuropa gelangen. "Die Reduzierung russischer Gasexporte besorgt uns", sagte Russwurm. "Eine Unterbrechung hätte katastrophale Auswirkungen auf die produzierende Industrie und würde unsere Wirtschaft unweigerlich in die Rezession schicken."

Eigentlich könnten die Unternehmen aus dem Vollem schöpfen. "Der Auftragsbestand bleibt in der Industrie auf Rekordhoch, auch die Kapazitätsauslastung ist hoch", sagte Russwurm. "Doch die Produktion ist aufgrund der bestehenden Lieferengpässe zum Teil erheblich beeinträchtigt." Die fragwürdige Null-Covid-Strategie von Deutschlands wichtigstem Handelspartner China lähme den weltweiten Handel. Die Effekte der inzwischen aufgehobenen Corona-Lockdowns in China in Form von Produktionsstaus und gestörten Lieferketten dürften in den Sommermonaten noch zu spüren sein.

Auch die Investitionen stecken dem BDI zufolge fest in der Warteschleife. "Unsichere Konjunkturaussichten und die gestiegenen Unsicherheiten durch den Krieg bremsen vielerorts die Investitionstätigkeit aus", sagte Russwurm dazu. Die Kostenbelastungen schnürten den Unternehmen immer mehr die Luft ab. Nötig sei unter anderem ein global wettbewerbsfähiger Strompreis. Die Abschaffung der sogenannten EEG-Umlage genüge daher nicht. Auch die Stromsteuer und die Netzentgelte müssten deutlich sinken.

Der BDI-Präsident forderte eine Beschleunigung und Neujustierung der Energiewende. "Versorgungssicherheit ist erste Priorität, deshalb jetzt Vorrang für das Füllen der Gasspeicher, statt Gas zu verstromen", sagte Russwurm. "Also jetzt notgedrungen mehr Strom aus Kohle, damit wir zum Winter volle Gasspeicher haben." Der Ausbau von Wind- und Solaranlagen und den verbindenden Stromtrassen müsse viel schneller als bisher umgesetzt werden. Ganz oben auf die Agenda gehörten auch die Sicherung neuer Bezugsquellen und der Aufbau einer Infrastruktur für Flüssiggas.


© Reuters 2022
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