Berlin (Reuters) - Die maue Konjunktur sorgt für immer mehr Firmenpleiten in Deutschland.

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen stieg im Mai um 25,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. "Seit Juni 2023 sind damit durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten", hieß es. Die Regelverfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein, der tatsächliche Zeitpunkt des Antrags liegt oft etwa drei Monate davor. Die Statistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen oder vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten.

Im ersten Quartal 2024 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 5209 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 26,5 Prozent mehr als vor einem Jahr und 11,2 Prozent mehr als im ersten Quartal 2020 - dem Vergleichszeitraum vor dem von Sonderregelungen und niedrigen Insolvenzzahlen geprägten Zeitraum der Corona-Krise. Die Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte im ersten Quartal auf rund 11,3 Milliarden Euro, nach rund 6,7 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Gemeldet wurden zudem 17.478 Verbraucherinsolvenzen zum Jahresauftakt 2024. Damit stieg die Zahl um 4,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2023.

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)