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Aktien Schweiz Schluss: SMI profitiert von Brexit-Hoffnungen

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21.10.2019 | 18:15

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit moderaten Gewinnen in die neue Woche gestartet, wobei der Leitindex SMI den Handel knapp unter der Marke von 10'000 Punkten beendete. Viele Börsianer würden die Brexit-Vorgänge vom Wochenende so interpretierten, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Verschiebung des britischen EU-Austritts und letztlich für eine gütliche Einigung zugenommen habe, war zu hören. Positiv für die Stimmung seien auch die neusten Signale im Handelsstreit.

Viele Investoren wollten sich wegen der Hängepartie in London aber nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, war weiter zu hören. Im Tagesverlauf hielten sich die Ausschläge denn auch in Grenzen. Nur wenig Einfluss auf den Handel hatte derweil der Ausgang der Eidgenössischen Wahlen vom Wochenende. Der Schweizer Aktienmarkt werde von internationalen Grosskonzernen dominiert, die nur einen geringen Teil ihres Umsatzes im Inland erzielten, sagte ein Analyst dazu.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,26 Prozent höher bei 9'991,42 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), bei dem das Gewicht der Schwergewichte gekappt ist, legte sogar um 0,55 Prozent auf 1'534,26 Stellen zu. Beim breiten Swiss Performance Index (SPI) betrug das Plus hingegen nur 0,17 Prozent auf 12'082,59 Zähler. 22 der 30 wichtigsten Aktien beendeten den Handelstag im Plus.

Am deutlichsten legten bei den Blue Chips AMS (+5,7%) zu. Die Investoren begrüssten es, dass der österreichische Sensorenhersteller nicht noch mehr Geld für Osram auf den Tisch legen will, hiess es im Handel. AMS hatte am Freitagabend einen erneuten Anlauf zur Übernahme des deutschen Lichtkonzerns gestartet, wobei nur die Annahmeschwelle gesenkt wurde, der Kaufpreis aber gleich blieb. Zudem wurde zum Teil auf eine positive Zahlenpräsentation am Dienstag spekuliert.

Dahinter gewannen vier Titel mehr als 2 Prozent und acht weitere mehr als 1 Prozent. Gefragt waren insbesondere die zyklischen Papiere von ABB (+2,8%), Adecco (+2,3%) und LafargeHolcim (+1,8%). Diese Papiere seien wegen dem positiven Brexit-Grundton gefragt gewesen, erklärten Händler. Zu dieser Gruppe zählten auch Logitech und Kühne+Nagel (je +1,4%), die am (morgigen) Dienstag ebenfalls Resultate publizieren werden.

Aber auch die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+2,3%) und CS (+2,1%) verzeichneten satte Gewinne. Sie hatten sich bereits in der Vorwoche mit leichten Gewinnen von den zuletzt verstärkten Abgaben erholt und sich damit auch besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Ausserdem wurden sie im Nachgang zu den Wahlen als mögliche Profiteure von freundschaftlicheren Beziehungen zu Brüssel gesehen. Auch die UBS wird am (morgigen) Dienstag Zahlen vorlegen.

Auf der anderen Seite waren defensive Papiere nicht gefragt. Die mit Abstand grössten Verluste erlitten Sonova (-2,9%). Die Aktien des Hörgeräteherstellers zählen aber nach wie vor zu jenen mit einer weit überdurchschnittlichen Jahresperformance.

Die Investoren warfen mit Vifor (-0,7%) und Givaudan (-0,6%) aber auch weitere Titel mit defensiven Qualitäten aus den Depots.

Gebremst wurde der Gesamtmarkt aber vor allem von den beiden Schwergewichten Nestlé (-1,1%) und Novartis (-0,4%), die schon in der Vorwoche geschwächelt hatten. Novartis wird ebenfalls am Dienstag zum Zahlenrapport antreten.

Deutlich besser hielt sich das dritte Schwergewicht, Roche (unv.). Der Konzern vermeldete einen wichtigen Studienerfolg mit seinem Immuntherapeutikum Tecentriq. Laut Analysten ergeben sich für den Basler Pharmakonzern daraus klare Wettbewerbsvorteile.

Am breiten Markt richtete sich der Blick insbesondere auf Implenia (-0,3%), nachdem sich der Baukonzern mit seinem Ankeraktionär Max Rössler geeinigt und der aktivistische Aktionär Veraison daraufhin seine Anteile verkauft hat. Kurzfristig handelnde Aktionäre seien von diesem Vorgängen vielleicht enttäuscht, erklärte ein Experte die Aktienreaktion.

Abgesehen davon fielen am breiten Markt SFS (+6,3%) nach einem positiven Analystenkommentar positiv auf. In ähnlicher Grössenordnung (5-6%) legten weitere Industrieunternehmen wie Interroll, Kardex, Huber+Suhner sowie Dätwyler zu.

Auf der anderen Seite kamen die Titel von Perrot Duval (-5,3%) unter die Räder, weil der Verkauf der Sparte Infranor nach China immer noch nicht in trockenen Tüchern ist.

rw/ra


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