Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag weiter abwärts. Dank der starken Novartis sind die Verluste des Gesamtmarktes indes sehr moderat. Bliebe der SMI bis zum Börsenschluss im negativen Terrain, wäre es schon das sechste Minus über acht Börsentage. Die Vorgaben sowohl aus den USA als auch aus Asien sind klar negativ. Getrübt wird die allgemeine Börsenstimmung von der sich verfestigenden Ansicht, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen wegen der hartnäckigen Inflation länger auf ihrem hohen Niveau belassen könnte als bislang erwartet.

Hinzu kommen Aussagen von Fed-Mitgliedern, wonach gar eine Zinserhöhungen nicht völlig ausgeschlossen sei. Swissquote verweist in einem Kommentar zudem auf eine schwache Nachfrage bei der Ausgabe neuer US-Staatsanleihen, die die Anleiherenditen nach oben trieb. Kurzfristig konzentrieren sich die Investoren nun auf neue Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag sowie insbesondere auch auf die Inflationsangaben zur Eurozone vom Freitag.

Der Leitindex SMI gibt bis um 09.15 Uhr 0,13 Prozent auf 11'778,32 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende SLI büsst 0,17 Prozent auf 1927,42 Punkte ein und der breit gefasste SPI 0,19 Prozent auf 15'712,70 Punkte. Im SLI geben 24 Titel nach, vier legen zu und zwei notieren unverändert.

Auffallend sind zu Handelsbeginn die beiden Pharmawerte Novartis (+1,2%) und Roche GS (-0,9%), welche sich in unterschiedlicher Richtung an den jeweiligen Enden der Tabelle bewegen. Die US-Bank Goldman Sachs hat die beiden Titel wieder in ihr Anlageuniversum aufgenommen und zeigt sich für Novartis ("Buy") klar positiver als für die GS von Roche ("Sell").

Noch etwas mehr als Roche geben einzig Julius Bär (-1,0%) nach.

Die UBS (Aktie -0,1%) hat am Morgen über zahlreiche Änderungen in der Konzernleitung berichtet, ohne dass dies die Aktie gross bewegt. Demnach wird unter anderem Rob Karofsky zum Co-Leiter der Vermögensverwaltung ernannt. Der bisherige alleinige Leiter der Division, Iqbal Khan, wird nach Asien gehen und Rob Karofsky wird neu Leiter Americas und Co-Präsident für "Global Wealth Management" (GWM) an der Seite von Khan.

Die Luxusgüteraktien Richemont (+0,1%) und Swatch (unv.) gehören nach den jüngsten Daten zu den Uhrenexporten zu den stabilsten Blue Chips.

Im breiten Markt werden Tecan (+0,3%) von schwachen Zahlen des Konkurrenten Agilent eher etwas beflügelt als zurückgebunden.

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