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Aktien Europa Schluss: Trotz Tagesverlusten bleibt ein Wochengewinn

08.10.2021 | 19:06

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach dem kräftigen Kursanstieg am Vortag sind die europäischen Aktienmärkte am Freitag wieder etwas zurückgefallen. Vom US-Arbeitsmarktbericht gingen kaum Impulse aus. Börsianer sind sich uneinig, ob die gemischt ausgefallenen Daten ein Grund sind, die für November von der US-Notenbank avisierte Drosselung von Anleihekäufen nach hinten zu verschieben.

Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,61 Prozent auf 4073,29 Punkte. Im Wochenverlauf ergibt sich für den Leitindex der Eurozone ein Plus von 0,9 Prozent. In Paris ging es für den Cac 40 am Freitag ebenfalls um 0,61 Prozent abwärts und damit auf 6559,99 Zähler. In London dagegen legte der britische Leitindex FTSE 100 um 0,25 Prozent auf 7095,55 Punkte zu.

Europas Börsen haben eine Woche mit reichlich Kurskapriolen hinter sich. Sorgen vor einer steigenden Inflation und einer stotternden Konjunkturerholung hatten den EuroStoxx 50 noch zur Wochenmitte auf den tiefsten Stand seit rund zweieinhalb Monaten befördert, worauf eine Erholungsrally folgte.

"Dieser US-Arbeitsmarktbericht wird den Notenbankern Kopfzerbrechen bereiten", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Eine Arbeitslosenquote auf Jahrestief und neue geschaffene Stellen ebenfalls auf Jahrestief passen nicht so recht zusammen." Die Ampel für den Start des Taperings, also zur Reduzierung der expansiven geldpolitischen Maßnahmen, bleibt ihm zufolge "weiter auf gelb". Er hält es nun für gut möglich, dass die US-Notenbank (Fed) ihre Tapering-Bekanntgabe in den Dezember verschiebt. Helaba-Volkswirt Ulrich Wortberg indes sieht keinen Grund dafür. Abgesehen von der Arbeitslosenquote verweist er vor allem auf den fortgesetzten Anstieg der Stundenlöhne, der die Inflationssorgen vergrößern könne.

Mit Blick auf das europäische Branchentableau waren die am Vortag noch gefragten Technologiewerte nun wieder Schlusslicht. Im EuroStoxx erwischte es am deutlichsten den Zahlungsabwickler Adyen. Dessen Aktie landete mit minus 3,4 Prozent am Index-Ende. Das Papier des Chipzulieferers ASML folgte an zweiter Stelle mit minus 2,6 Prozent.

Nach einem vorübergehenden Stopp des Öl- und Gaspreisanstiegs nach Signalen aus Russland ging es nun erneut weiter hoch, da die USA Spekulationen um eine Freigabe strategischer Ölreserven eine Absage erteilt hat. Entsprechend stand der Branchenindex mit 1,5 Prozent am kräftigsten im Plus und ist wieder auf dem Weg in Richtung seines erst wenige Tage zuvor erreichten 20-Monatshochs. Für Einzelwerte wie Eni, BP und Royal Dutch Shell ging es um etwas mehr als zwei Prozent aufwärts, Totalenergies verteuerten sich um 1,5 Prozent.

In der Schweiz rutschten Aktien der Online-Apotheke Zur Rose mit bis zu neun Prozent Minus auf den tiefsten Stand sei Ende August ab und beendeten den Tag dann mit minus 6,2 Prozent. Berenberg-Analyst Gerhard Orgonas sieht nach der starken Kursentwicklung der Aktie das Potenzial des E-Rezepts in Deutschland eingepreist und strich seine Kaufempfehlung. Die Verzögerung der Einführung berge derweil Risiken für die kurzfristige Gewinnentwicklung der Schweizer Online-Apotheke./ck/ngu


© dpa-AFX 2021
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