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APA ots news: WIFO - Prognose für 2021 und 2022: Vierte COVID 19-Welle...

08.10.2021 | 10:36

    APA ots news: WIFO - Prognose für 2021 und 2022: Vierte COVID 19-Welle bremst
kräftigen Aufschwung

Wien (APA-ots) - Die Wertschöpfung in Österreich wuchs im II. Quartal  
2021 insbesondere in den krisengeschüttelten Branchen deutlich. Mit 
der Zunahme des Infektionsgeschehens ab August 2021 schwächte sich 
das Wachstum aber wieder ab. Die neuerliche COVID19-Welle wird den 
Aufholprozess in bestimmten Dienstleistungsbranchen im IV. Quartal 
abermals dämpfen. Der Konjunkturaufschwung verläuft demnach sektoral 
heterogen, ist jedoch insgesamt äußerst kräftig. Auch der 
Arbeitsmarkt erholt sich zügig, wird durch die vierte COVID19-Welle 
aber vorübergehend einen Rückschlag erleiden. Zugleich wird sich der 
Preisauftrieb weiter beschleunigen, während die Geldpolitik - der 
neuen Strategie der EZB entsprechend - expansiv bleibt. 

"Der Konjunkturaufschwung ist zwar äußerst kräftig, es zeigen sich 
jedoch deutliche sektorale Unterschiede. Während er im produzierenden 
Bereich zu Materialengpässen führt, sind viele Kinosäle und Hotels 
noch fast leer. Die vierte COVID19-Welle verschärft diese Spreizung 
zusätzlich", so der Autor der aktuellen WIFO-Prognose Stefan Schiman. 

Wie schon nach der ersten COVID19-Welle im Frühjahr 2020 kam es 
in Österreich auch im Mai 2021 zu einem kräftigen Rebound der 
Wirtschaftsleistung, als die Lockdown-Maßnahmen aufgehoben waren. 
Dieser Rebound, der von den krisengeschüttelten Branchen getragen 
wurde, dürfte gemäß vorläufigen Daten etwas kräftiger ausgefallen 
sein als erwartet. Zugleich war die heimische Wirtschaft zu 
Jahresbeginn 2021 weniger stark eingebrochen als befürchtet. Das WIFO 
revidiert daher seine Prognose für 2021 nach oben. 

Allerdings schwächt sich das Wirtschaftswachstum mit der erneuten 
Zunahme des Infektionsgeschehens seit Mitte August 2021 wieder ab, 
vor allem in der Gastronomie und Hotellerie. Aufgrund des 
schleppenden Impffortschritts wird die COVID19-Pandemie auch im 
kommenden Winterhalbjahr die Konjunktur dämpfen. Ab dem Frühjahr 2022 
dürfte sich das Wachstum dann wieder beschleunigen, weshalb die 
BIP-Prognose für 2022 nur leicht auf +4,8% gesenkt wird. Für 2021 
wird die Wachstumsrate auf +4,4% angehoben, da die Aufwärtsrevisionen 
im 1. Halbjahr die Abwärtsrevisionen im zweiten überwiegen. 

Angebots- wie nachfrageseitig verläuft der Konjunkturaufschwung 
sehr heterogen. Während die Krise im produzierenden Bereich schon 
Ende 2020 überwunden war und die kräftige Dynamik dort derzeit zu 
beträchtlicher Materialknappheit und Preissteigerungen führt, könnte 
die Wertschöpfung in manchen Dienstleistungen 2021 sogar noch unter 
das Vorjahresniveau rutschen. Auf der Nachfrageseite expandierten der 
Warenaußenhandel und die Investitionen, begünstigt durch die 
Investitionsprämie, früh und deutlich. Der private Konsum wurde 
hingegen durch die Lockdowns erschwert und wächst daher auf 
Jahressicht 2021 zögerlicher. 

Der Arbeitsmarkt erholt sich seit Jahresbeginn 2021 zügig. Der 
Abwärtstrend der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit dürfte in den 
kommenden Monaten zwar kurzfristig unterbrochen werden; im 
Vorjahresvergleich wird die Arbeitslosigkeit jedoch in beiden 
Prognosejahren zurückgehen. 

Die Wirtschaftspolitik bleibt im Prognosezeitraum expansiv. Dies 
gilt vor allem für die Geldpolitik, da die EZB den Anstieg der 
Inflation als vorübergehend ansieht. Fiskalische Stützungsmaßnah­men 
werden schrittweise zurückgenommen. Die kürzlich präsentierte 
Steuerreform wird in der vorliegenden Prognose nicht berücksichtigt. 

Neben der zukünftigen Ausrichtung der Wirtschaftspolitik stellen 
mögliche weitere preistreibende Angebotsschocks auf den Weltmärkten 
und der künftige Verlauf der COVID19-Pandemie wichtige 
Prognoserisiken dar. Wie die letzten Wochen zeigten, kann das 
Infektionsgeschehen rasch zu, aber auch jäh abnehmen. 
Dementsprechend ist derzeit nur schwer absehbar, wie sich etwa der 
Wintertourismus entwickeln wird. 

Übersicht 1: Hauptergebnisse der Prognose - auf der [WIFO-Website] 
(https://www.ots.at/redirect/wifo17) 

Zu den Definitionen siehe ["Methodische Hinweise und Kurzglossar"] 
(https://www.ots.at/redirect/wifo18). 

Rückfragehinweis: 
   Rückfragen bitte am Freitag, dem 8. Oktober 2021, zwischen 12 und 15 Uhr, an  
   Dr. Stefan Schiman, MSc, Tel. (1) 798 26 01 - 234, stefan.schiman@wifo.ac.at 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235/aom 

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER 
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** 

OTS0044    2021-10-08/10:30 








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