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ANALYSE/Für grüne Energie ist eine Netzbehörde besser als Cash

06.07.2021 | 12:59

Von Rochelle Toplensky

NEW YORK (Dow Jones)--Um auf der Welle der erneuerbaren Energien zu reiten, scheinen Stromnetze eine naheliegende Möglichkeit zu sein. Die auf beiden Seiten des Atlantiks angekündigten finanziellen Anreize dürften den beteiligten Unternehmen helfen, aber der wahre Durchbruch könnte der Plan der Regierung von US-Präsident Joe Biden für eine neue Netzbehörde sein. Auch wenn Windparks die meiste Presse bekommen, sind für eine saubere Elektrizität fast ebenso viele Investitionen in die zugehörigen Netze nötig.

Das Beratungsunternehmen BloombergNEF schätzt die weltweiten Kosten für die Ökologisierung der Netze auf 14 Billionen US-Dollar in den nächsten dreißig Jahren. Die Kosten für die Stromerzeugung dürften sich auf 15 Billionen Dollar belaufen.

Der vom US-Senat genehmigte Infrastrukturplan des Präsidenten beinhaltet 73 Milliarden Dollar für die Energieinfrastruktur, und Europas Green Deal bietet ähnliche Anreize. Aber Bargeld allein könnte nicht ausreichen, um Wachstum in einer Branche zu schaffen, die bereits regulierte Eigenkapitalrenditen im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich liefert. Investoren müssen auch Bidens Plan zur Schaffung einer neuen Netzbehörde im Auge behalten: Eine Koordinierungsstelle, die das Potenzial hat, die Investitionen in das US-Netz durch die Verringerung von Projektrisiken wirklich anzukurbeln.

Übertragungsleitungen sind die größte Herausforderung für das Stromnetz. Diese Hochspannungs-Überlandleitungen führen oft durch Gemeinden, denen sie wenig oder keinen Nutzen bringen. Bevor mit dem Bau einer neuen Leitung begonnen wird, muss der Bauherr ihren Verlauf planen und dann die Genehmigung aller betroffenen Staaten und Gemeinden einholen.

   Gestraffter Freigabeprozess 

Es ist ein komplexer und zeitaufwändiger Prozess: Nationale Pläne spiegeln sich nicht unbedingt in lokalen Prioritäten wider und neue Leitungen können auf heftigen öffentlichen Widerstand stoßen. Es kann viele Jahre dauern, die Genehmigungen für eine Übertragungsleitung zu erhalten, die in einem Jahr gebaut werden kann.

Einige Projekte zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien können dieses Problem umgehen, indem sie direkt an die Niederspannungsnetze angeschlossen werden, die den Strom an die Kunden liefern. Weniger gut platzierte Projekte benötigen jedoch neue Übertragungsleitungen.

"Viele der an erneuerbaren Energien reichsten Gebiete in den USA liegen weit von den Lastzentren entfernt. Ohne Übertragung kann der Strom nicht geliefert werden", sagte Norman Bay, Partner der Anwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher und ehemaliger Vorsitzender der Energieaufsichtsbehörde FERC.

Brasilien hat gezeigt, dass eine zentralisierte Netzbehörde den Bau neuer Übertragungsleitungen reibungslos gestalten kann. Die Beamten dort identifizieren die benötigten neuen Verbindungen und verhandeln die Trasse mit den lokalen Behörden. Erst dann versteigern sie das Projekt. Das System habe mehr Bieter angezogen, den Preiswettbewerb erhöht und den Ausbau beschleunigt, sagt Armando Martínez Martínez, globaler Direktor für Netzwerke beim Ökostromriesen Iberdrola.

Eine US-Behörde mit ähnlichen Planungs- und Standortbefugnissen würde die Projektkosten, den Zeitplan und die Unsicherheiten reduzieren und damit die Rendite steigern und Investitionen beschleunigen. Die FERC übt bereits eine ähnliche Aufsicht über neue Erdgaspipelines aus.

Die wahrscheinlichen Nutznießer eines gestrafften Prozesses sind grüne Energieriesen wie Enel, Iberdrola und Nextera Energy, die alle bedeutende Netzanlagen besitzen und planen, weitere zu bauen. Im vergangenen Jahr machten die Netze von Iberdrola und Enel fast ein Drittel ihres Umsatzes und rund 40 Prozent ihres Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus.

Neue Verteilungsverbindungen werden ebenfalls benötigt, aber diese bieten in der Regel lokale Vorteile und stoßen daher auf weniger Widerstand. Es wird auch entscheidend sein, bestehende Leitungen so aufzurüsten, dass sie mit wechselseitigen Stromflüssen, schwankender Erzeugung, integrierter Stromspeicherung und anderen Merkmalen erneuerbarer Netze zurechtkommen. Diese Digitalisierung bestehender Leitungen stößt auf weniger Genehmigungshürden.

Die neuen Verbindungen, die notwendig sind, um sauberen Strom zu transportieren und zu verwalten, werden dazu beitragen, die Renditen neuer Wind- und Solarparks zu realisieren, aber sie sollten auch für sich selbst eine anständige Amortisation bieten - solange die Planungs- und Genehmigungsbehörde steht.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/sha/mgo

(END) Dow Jones Newswires

July 06, 2021 06:58 ET (10:58 GMT)

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