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ANALYSE/Chinas E-Auto-Marken könnten in Europa auf Hindernisse stoßen

29.09.2022 | 09:38

Von Stephen Wilmot

NEW YORK (Dow Jones)--Eine Welle chinesischer Automarken steht vorm Anbranden in Europa. Das markiert einen der ersten großen Tests für den Appetit des Westens auf fortschrittliche Technologie aus dem Reich der Mitte. Doch es könnte eine Weile dauern, bis sowohl die Verbraucher als auch die Politiker die Neueinsteiger akzeptieren. Zuletzt gab der chinesische Elektroauto-Star BYD entscheidende Details über die für diesen Herbst geplante Markteinführung in Europa bekannt, insbesondere die Preisgestaltung. Sein neuer kompakter Geländewagen, der Atto 3, wird einen Grundpreis von 38.000 Euro haben - vor länderspezifischen Subventionen. Damit gehört er zu den erschwinglichsten Produkten in der Kategorie der Elektrofahrzeuge, zu der auch der ID4 von Volkswagen und das Model Y von Tesla gehören.

BYD bringt außerdem eine Luxuslimousine und einen großen Geländewagen auf den Markt, die beide mit 72.000 Euro einen deutlich höheren Grundpreis haben. Alle drei Produkte sind zu 100 Prozent batteriebetriebene Elektrofahrzeuge, die seit langem als die bahnbrechende neue Technologie angesehen werden, die Chinas Autoindustrie den Durchbruch im Westen ermöglichen könnte. Es gibt bereits eine chinesische Präsenz in Europa, aber sie ist klein und diskret. Polestar und MG, zwei ursprünglich europäische Marken, die jetzt jeweils den chinesischen Unternehmen Geely und SAIC gehören, verkaufen heute die meisten in China hergestellten E-Autos in Europa. Andere wie BYD und die Luxusmarke NIO haben Norwegen, einen kleinen, aber sehr E-Auto-zentrierten Markt, als Testland genutzt. Nach dem Markteintritt in Norwegen im vergangenen Jahr bereitet sich NIO gerade auf die Einführung in Deutschland, Dänemark, Schweden und den Niederlanden vor. In einer zweiten Welle wird das Unternehmen nächstes Jahr nach Großbritannien und in andere Länder vordringen.

   Chinesische Autos prahlen mit Merkmalen aus dem Reich der Mitte 

Solche Expansionsstrategien bedeuten, dass viele europäische Verbraucher und Regierungen bald Autos sehen, die nicht nur in China von chinesischen Unternehmen hergestellt werden, sondern auch ausdrücklich als chinesisch gekennzeichnet sind. Bei der Markteinführung in dieser Woche machte BYD viel Aufhebens von Designmerkmalen wie dem "Drachengesicht" und den LED-Leuchten mit "chinesischem Knoten". Matthias Schmidt, Gründer von Schmidt Automotive Research, räumt den chinesischen Luxusmodellen in den Kernländern von Mercedes-Benz, BMW und Audi keine großen Chancen ein. Er weist darauf hin, dass sich die meisten von ihnen in Norwegen noch nicht gut verkauft haben. Außerdem hatten laut Schmidt bereits frühere Generationen asiatischer Premiummarken wie Nissans Infiniti, Hyundais Genesis und sogar Toyotas Lexus in Europa zu kämpfen. "Man darf sie nicht abschreiben, denn das Gleiche hat man über Tesla gesagt, und sie haben gute Arbeit geleistet, aber es wird eine Herausforderung für sie sein."

Auf dem Massenmarkt könnte das anders sein. BYD ist für seine vertikale Integration bekannt - das Unternehmen stellt seit langem eigene Batterien her -, was sich angesichts der heutigen Lieferengpässe als großer Vorteil entpuppen könnte. Andere Unternehmen werden ebenfalls von Chinas gut entwickelter Batterie-Lieferkette profitieren. Dies scheint zudem ein guter Zeitpunkt für den Start zu sein. In den nächsten Jahren könnte es ausreichen, mit attraktiven, preisgünstigen E-Autos aufzutauchen, um die Skepsis gegenüber einer unbekannten Marke zu überwinden. Andererseits werden die chinesischen Importe durch Zölle benachteiligt. Auf Fahrzeuge, die aus China in die EU verschifft werden, wird ein Zoll von 10 Prozent fällig, was im unteren Marktsegment einen immensen Unterschied ausmacht. Der Anblick chinesischer Marken auf europäischen Straßen in nennenswerter Zahl könnte auch die politische Unterstützung für zusätzliche Barrieren stärken. So dürfte beispielsweise der vorgeschlagene Mechanismus zum Ausgleich der Kohlenstoffemissionen an der Grenze die Einfuhrzölle mit der EU-internen Steuer auf Kohlenstoffemissionen in Einklang bringen. Im Gegensatz zu Norwegen haben die großen europäischen Länder große Fahrzeugindustrien zu schützen.

Chinesen wollen langen Atem zeigen 

Chinesische Marken könnten auf protektionistische Maßnahmen mit der Eröffnung von Produktionsstätten in Europa reagieren, wie es ihre japanischen und südkoreanischen Konkurrenten getan haben. Die Lokalisierung der Produktion ist "nur eine Frage der Zeit", so Lihong Qin, Mitbegründer von NIO. Doch zunächst muss China seinen Markt etablieren. Für chinesische Hersteller sind die USA ein feindliches Umfeld. Das "Inflation Reduction"-Gesetz von US-Präsident Joe Biden könnte Marken, die fast ausschließlich aus China stammen, von Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge ausschließen. Genau das macht Europa für Chinas E-Auto-Marken noch attraktiver, aber das Gefühl beruht noch nicht auf Gegenseitigkeit. Qin betonte NIOs "große Geduld und langfristiges Denken". Das Unternehmen und seine Konkurrenten werden das wahrscheinlich brauchen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/axw

(END) Dow Jones Newswires

September 29, 2022 03:37 ET (07:37 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
BMW AG 0.14%85.26 verzögerte Kurse.-3.65%
BYD COMPANY LIMITED -1.09%191.4 verzögerte Kurse.-28.21%
GEELY AUTOMOBILE HOLDINGS LIMITED -0.17%11.58 verzögerte Kurse.-45.63%
MERCEDES-BENZ GROUP AG -0.11%64.09 verzögerte Kurse.-5.18%
NIO INC. 8.60%13.13 verzögerte Kurse.-58.55%
POLESTAR AUTOMOTIVE HOLDING UK PLC -6.51%6.61 verzögerte Kurse.-43.50%
SAIC MOTOR CORPORATION LIMITED -0.07%15.06 Schlusskurs.-27.00%
TESLA, INC. 0.08%194.86 verzögerte Kurse.-44.68%
VOLKSWAGEN AG -0.26%139.02 verzögerte Kurse.-21.67%
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