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ANALYSE/Auch "ältere" Chips bringen gutes Geld

14.01.2022 | 11:43

Von Dan Gallagher

NEW YORK (Dow Jones)--Die Speicherchip-Herstellung ist ein teures Unterfangen. Für diejenigen, die herausfinden, wie man kostengünstiger fertigen kann, ist die anhaltende Knappheit sogar noch schmerzhafter gewesen. Im vergangenen Jahr sind die Investitionsausgaben der Unternehmen, die Halbleiterprodukte herstellen, explosionsartig gestiegen. Mit ganz oben steht Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), die die Investitionsausgaben für 2021 auf satte 30 Milliarden US-Dollar bezifferte. Das waren 66 Prozent mehr als im Vorjahr und fast das Dreifache des Unternehmensdurchschnitts der vergangenen fünf Jahre.

Auch Intel und die Halbleitersparte von Samsung werden voraussichtlich zweistellige Prozent-Zuwächse bei den Investitionen für das Jahr melden, wobei die Gesamtsumme für die drei Unternehmen bei rund 80 Milliarden Dollar liegen dürfte.

TSMC, Intel und Samsung konzentrieren sich auf die fortschrittlichsten Fertigungstechnologien, die oft auch als "leading edge" bezeichnet werden. Das bedeutet auch, dass auf diese drei Unternehmen der Großteil der Investitionen der Branche entfällt. TSMC arbeitet aber auch in erheblichem Umfang mit dem so genannten "trailing edge", bei dem ältere Produktionsverfahren und -werkzeuge zur Herstellung kostengünstigerer Chips eingesetzt werden. Nach den am Donnerstag vorgelegten Daten stammte die Hälfte des TSMC-Umsatzes 2021 aus diesen "ausgereiften Prozessen". Für 2022 geht TSMC davon aus, dass zwischen 10 bis 20 Prozent des geplanten Kapitalbudgets von 40 bis 44 Milliarden Dollar auf diese älteren Prozesse entfallen dürfte.

   Hohe Kosten auch bei älteren Prozessen 

Auch Unternehmen, die bei der Herstellung ihrer Designs fast ausschließlich auf Trailing-Edge-Verfahren zurückgreifen, bleiben von den Kosten nicht verschont. Die Investitionsausgaben von Texas Instruments, NXP Semiconductors, ON Semiconductor, Analog Devices und Microchip Technology werden laut Factset-Daten 2021 um durchschnittlich 122 Prozent geklettert sein. Der prozentuale Anteil der Ausgaben am Umsatz dieser fünf Unternehmen wird für 2021 auf durchschnittlich 7 Prozent geschätzt, verglichen mit einem historischen Mittelwert von 5 Prozent.

Zu den "Trailing-Edge"-Chips gehören alle Arten von Chips, von Mikrocontrollern in Autos bis hin zu Stromversorgungsschaltungen in Haushaltsgeräten. Sie sind wesentlich preisgünstiger als beispielsweise die in Rechenzentren verwendeten KI-Prozessoren. Die Geschäftsmodelle der Hersteller von "Trailing-Edge"-Chips beruhen daher auf der Verwendung älterer Anlagen, die oft vollständig abgeschrieben sind.

Aufgrund der Knappheit sind solche Geräte jedoch schwer zu bekommen. Das gibt Unternehmen wie Applied Materials die Möglichkeit, neue Anlagen zu verkaufen, die für ausgereifte Produktionsprozesse entwickelt wurden. Nach Aussage von CEO Gary Dickerson macht dieses Segment nun etwa die Hälfte des Foundry/Logic-Umsatzes des Unternehmens aus, der in dem am 31. Oktober beendeten Geschäftsjahr um 46 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar gestiegen war.

   Lange Vorlaufzeiten 

Aber auch das ist noch nicht genug. Die Knappheit der erforderlichen Ausrüstung hat die Auswirkungen des Chipmangels auf diese Produktsegmente noch verschärft. Die Vorlaufzeiten erreichten im Dezember bei Mikrocontrollern fast 33,9 Wochen, verglichen mit dem Durchschnitt der Chipindustrie von 25,8 Wochen, geht aus der neueste Studie von Susquehanna hervor. Analyst Christopher Rolland stellte fest, dass einigen Käufern von Mikrocontrollern Lieferzeiten von mehr als einem Jahr genannt werden.

   Ausbau der Produktionskapazitäten 

Wie TSMC und Intel arbeiten auch die nachrückenden Chiphersteller an der Erweiterung ihrer Fertigungskapazitäten. Texas Instruments gibt rund 6 Milliarden Dollar für den Bau einer neuen Fabrik in Richardson im US-Bundesstaat Texas aus und plant weitere 3 Milliarden Dollar für die Ausstattung einer Fabrik in Lehi im Bundesstaat Utah, die das Unternehmen vergangenes Jahr von Micron Technology erworben hat.

Diese beiden Anlagen sollen Ende dieses bzw. Anfang nächsten Jahres in Betrieb genommen werden. Analog Devices vergrößert ein Werk in Oregon, das das Unternehmen mit der Akquisition von Maxim Integrated Products im vergangenen Jahr übernommen hat. Und Globalfoundries, die im Oktober an die Börse ging, erklärte in der jüngsten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, dass es den Großteil der 1,5 Milliarden Dollar aus dem Börsengang für "Kapazitätserweiterungspläne zur Deckung der robusten Kundennachfrage" verwenden will.

Solche Entscheidungen sind jetzt leicht zu treffen, da die Umsätze aufgrund der nicht befriedigten Nachfrage boomen. Die 30 Unternehmen im PHLX-Semiconductor-Index verzeichneten in den vergangenen 12 Monaten ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 32 Prozent, verglichen mit 11,5 Prozent im Vorjahr, wie aus den Daten von S&P Global Market Intelligence hervorgeht. Das Risiko besteht natürlich darin, dass sich die Nachfrage abkühlt, bevor die neuen Kapazitäten voll ausgelastet sind.

Die Analysten von UBS gehen davon aus, dass sich die Hersteller von älteren Chips im nächsten Jahr in einem Zustand des "Foundry-Überangebots" befinden könnten, was die Bruttomargen drücken dürfte. Ungenutzte Produktionskapazitäten können für Chiphersteller teuer werden. Micron erklärte, dass die Anlage in Utah, die es verkauft hat, jährlich rund 400 Millionen Dollar an "Unterauslastungskosten" verursacht hat.

Chiphersteller, die Milliarden in neue Kapazitäten investieren, müssen immer noch ein empfindliches Gleichgewicht finden - selbst in einer Zeit, in der sie alles verkaufen können, was sie herstellen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/cbr/smh

(END) Dow Jones Newswires

January 14, 2022 05:42 ET (10:42 GMT)

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