Das hochmoderne KI-Modell Mythos von Anthropic stellt eine ernsthafte Bedrohung für das globale Bankensystem dar, und es ist damit zu rechnen, dass ähnliche, noch leistungsfähigere Cyber-Bedrohungen folgen werden, sagte C. S. Venkatakrishnan, Vorstandsvorsitzender von Barclays, am Freitag.

Die enormen Fähigkeiten von Mythos bei der Programmierung auf hohem Niveau haben dem Modell eine potenziell beispiellose Kapazität verliehen, Cybersicherheitslücken zu identifizieren und Wege zu deren Ausnutzung zu entwickeln. Dies schürt die Angst, dass es zur Destabilisierung von Banken missbraucht werden könnte.

Dies hat Regulierungs- und Aufsichtsbehörden in Zugzwang gebracht; ausgewählte Organisationen prüfen das Modell nun, um das tatsächliche Cybersicherheitsrisiko einzuschätzen. Mythos hat bei den Aufsichtsbehörden die Alarmglocken schrillen lassen, da sie darin eine erhebliche Herausforderung für den Bankensektor und seine veralteten IT-Systeme sehen.

"Was Mythos betrifft, so ist dies ein ernstes Problem", sagte er bei einem Treffen der Beratungsgruppe G30 am Rande der Frühjahrstagung des IWF.

"Aber der Punkt ist: Es wird ein Mythos 2 und ein Mythos 3 geben, und sie werden wahrscheinlich in beunruhigender Häufigkeit auftauchen", führte er aus.

Solche technologischen Sprünge werden ein Wettrüsten beschleunigen, das die Kreditinstitute zur Innovation zwingt. Dies könnte insbesondere für ältere und größere Institutionen, die potenziell mit Legacy-Systemen arbeiten, eine Herausforderung darstellen, so Venkatakrishnan.

"Wir müssen seine Fähigkeiten verstehen und begreifen, wie wir uns dagegen schützen können."