(Alliance News) - Fabrizio Palermo und Nicola Maione dürften, sofern keine Überraschungen eintreten, die Monte dei Paschi di Siena (MPS) in den kommenden drei Jahren führen. Ihre von Francesco Gaetano Caltagirone unterstützten Kandidaturen haben an Gewicht gewonnen, nachdem der Verwaltungsrat den ehemaligen CEO Luigi Lovaglio von seiner eigenen Liste gestrichen hat. Damit obliegt es der Hauptversammlung, gemäß dem neuen Kapitalmarktgesetz ("Legge Capitali") zwischen mehreren Nominierten zu wählen.

Wie der Corriere della Sera am Montag berichtet, hat die von der Plt Holding unterstützte Gegenkandidatur von Lovaglio mit Cesare Bisoni als Präsidenten die Unsicherheit erhöht. Die Märkte reagierten jedoch verhalten, woraufhin sich Palermo rasch als einziger ernsthafter Anwärter herauskristallisierte, während Corrado Passera in den Hintergrund trat.

Das Duo Palermo-Maione gilt auch aufgrund des Einflusses von Caltagirone als Favorit, während die Herausforderer Außenseiter bleiben. Plt strebt unter Einbeziehung von Fonds einen Anteil von rund 20% an, während sich Assogestioni traditionell auf eine Kontrollrolle beschränkt. Bis zur Hauptversammlung am 15. April bleibt das Kräfteverhältnis jedoch offen - auch wegen der strategischen Bedeutung der MPS, die über Mediobanca Einfluss auf Generali und das gesamte Finanzsystem ausübt.

Die Gemengelage ist komplex: Das Schatzamt hält noch 4,9%, strebt jedoch einen Ausstieg an, ohne einen genauen Zeitplan zu nennen. Entscheidend wird der Record Date am 2. April sein, bis zu dem Aktien erworben werden können, um stimmberechtigt zu sein. In der Zwischenzeit bauen die Großaktionäre ihre Positionen weiter aus.

Eine Schlüsselrolle kommt den Stimmrechtsberatern (Proxy Advisors) wie Glass Lewis und ISS zu, die das Votum der Fonds beeinflussen, welche etwa die Hälfte des Kapitals halten. Auch die Zusammensetzung der Listen ist entscheidend: Von den 15 Verwaltungsratsmitgliedern müssen mindestens sechs Frauen sein, und die Platzierung auf der Liste bestimmt die tatsächlichen Wahlchancen.

Internationale Fonds wie BlackRock, Norges und Vanguard (zusammen über 12%) werden ebenso ausschlaggebend sein wie eine mögliche Positionierung der Europäischen Zentralbank. Auch die Banco BPM (3,7%) fällt ins Gewicht, während die Haltung von Delfin, dem größten Aktionär mit 17,5%, ungewiss bleibt; eine Enthaltung wird nicht ausgeschlossen.

In diesem eng verflochtenen Szenario aus finanziellen Machtkämpfen und potenziellen Auswirkungen auf den gesamten italienischen Bankensektor bleiben die Fragen zahlreicher als die Gewissheiten - wie so oft, wenn es um die MPS geht.

Von Giuseppe Fabio Ciccomascolo, Alliance News Senior Reporter

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