Der Verwalter des norwegischen Staatsfonds, Norges Bank Investment Management (NBIM), gab am Freitag bekannt, dass er die Wiederernennung von Luigi Lovaglio zum Vorstandsvorsitzenden der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena unterstützt.

NBIM hielt Ende 2025 eine Beteiligung von 2,87 % an Monte dei Paschi (MPS) mit einem Marktwert von 935 Millionen Dollar, wie der Fondsverwalter auf seiner Website mitteilte. Laut LSEG-Daten ist NBIM der sechstgrößte Aktionär von MPS.

Lovaglio wurde vom MPS-Verwaltungsrat für eine Wiederernennung ausgeschlossen. Das Gremium schlägt stattdessen Fabrizio Palermo als CEO vor, der derzeit an der Spitze des Versorgungsunternehmens ACEA steht und ehemaliger Chef der italienischen Staatsagentur CDP ist.

Palermo sitzt zudem im Verwaltungsrat des Versicherers Generali, wohin er von Francesco Gaetano Caltagirone berufen wurde, einem Schlüsselaktionär sowohl bei Generali als auch bei MPS.

Lovaglio wurde vom MPS-Verwaltungsrat abgewählt, nachdem er zuvor dessen Unterstützung für einen Plan zur vollständigen Übernahme von Mediobanca und zur Fusion der beiden Banken gewonnen hatte.

Der von den Gremien beider Kreditinstitute genehmigte Plan, der vorsieht, dass MPS die verbleibenden 14 % an Mediobanca erwirbt und das Institut von der Börse nimmt, bedarf noch der Zustimmung der Aktionäre.

Sollte die vom MPS-Verwaltungsrat vorgeschlagene Kandidatenliste gewinnen, schreiben die italienischen Regeln eine zweite Abstimmung über die einzelnen Kandidaten vor.

In einem solchen Fall kündigte NBIM an, gegen Palermo und eine Reihe weiterer Direktoren zu stimmen, darunter der Bankier Corrado Passera, das ACEA-Verwaltungsratsmitglied Alessandro Caltagirone, der derzeitige MPS-Präsident Nicola Maione und der Leiter des Nominierungsausschusses Domenico Lombardi.

NBIM verfolgt die Politik, von Minderheiten nominierte Kandidaten in einem Wahlsystem mit Listenwahlrecht, wie es in Italien üblich ist, zu unterstützen.

In der Begründung für sein Votum bei MPS erklärte NBIM jedoch auch, dass Aktionäre das Recht haben sollten, Änderungen im Verwaltungsrat anzustreben, wenn dieser nicht in ihrem besten Interesse handelt. (Berichterstattung durch Valentina Za in Mailand und Terje Solsvik in Oslo, Redaktion durch Alvise Armellini)