Das Ende der haushaltspolitischen Pattsituation in den USA ist faktisch besiegelt. Nach mehr als 40 Tagen Stillstand soll der Shutdown am Mittwoch offiziell beendet werden. Der parteiübergreifende Kompromiss, der im Senat erzielt wurde, durchläuft derzeit das Repräsentantenhaus – eine reine Formsache –, bevor er Donald Trump zur Unterzeichnung vorgelegt wird. Rechtlich gesehen dürfte der Prozess bis Mittwoch, den 13. November, abgeschlossen sein. Damit endet die mit 43 Tagen längste von insgesamt elf Haushaltssperren in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Rund 1,6 Millionen Bundesbedienstete werden an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Diese Einigung hat an der Wall Street eine deutliche Gegenbewegung ausgelöst. Dort ist man stets bereit, selbst kleinste positive Signale in ein wahres Feuerwerk zu verwandeln. Der Nasdaq 100 legte zum Handelsschluss um 2,2% zu und machte damit etwa die Hälfte seiner jüngsten Verluste wett. Mit dem Ende der staatlichen Blockade entfällt einer der Risikofaktoren, die zuletzt auf der US-Wirtschaft – und in der Folge auf den Finanzmärkten – lasteten. Bereits zuvor hatten die europäischen Börsen das positive Szenario eingepreist: Der Euro Stoxx 50 gewann 1,8%, getragen von zyklischen Titeln und Finanzwerten.

In den USA übernahmen KI-nahe Titel die Führungsrolle, allen voran Nvidia (+5,8%), Micron (+6,5%) und Palantir (+8,8%). Nicht etwa, weil dieser Sektor besonders sensibel auf Regierungsschließungen reagiert – im Gegenteil, er bleibt davon weitgehend unberührt –, sondern weil diese Aktien wie ein Magnet auf ein zunehmend süchtiges Anlegerpublikum wirken. Die jüngste Konsolidierung der Technologiewerte hat Einstiegskurse ermöglicht, die vor einem Monat noch undenkbar waren. Nun stellt sich die Frage, wie der Sektor auf die nachbörslich angekündigte Prognosesenkung eines seiner Aushängeschilder reagieren wird. CoreWeave, ein Anbieter von Hochleistungs-Cloud-Infrastrukturen, dessen Aktie sich seit dem Börsengang im März um das 2,5-Fache verteuert hat, warnte, dass die Erwartungen für das Schlussquartal nicht erfüllt werden können. Ein Makel, zweifellos, doch das gut gefüllte Auftragsbuch dürfte die Enttäuschung abfedern. Der Kurs verlor im nachbörslichen Handel dennoch 6% – angesichts der jüngsten extremen Reaktionen nach Zahlenvorlagen, mit Ausschlägen von minus 15% bis plus 20%, fast schon moderat.

Kurzum: Das Ende des Shutdowns hat zum Wochenauftakt sämtliche anderen Sorgen überlagert. Die nächste Frage lautet nun, wie schnell die durch die Blockade verzögerten US-Konjunkturdaten veröffentlicht werden. Anleger mögen es nicht, im Nebel der Ungewissheit zu agieren. Frühere Erfahrungen lassen darauf schließen, dass zentrale Kennzahlen zügig nachgereicht werden könnten. Ein von Bloomberg zitierter Volkswirt der Deutschen Bank erinnerte daran, dass der monatliche Arbeitsmarktbericht im Shutdown-Jahr 2013 nur drei Tage nach dem Ende der Haushaltssperre publiziert wurde.

Andernorts zeigte sich Donald Trump zuversichtlich hinsichtlich baldiger Handelsabkommen mit der Schweiz und Indien. Auf einem anderen Feld bleiben die Beziehungen zwischen den USA und China erwartungsgemäß angespannt. Trotz jüngster Vereinbarungen untergraben sich beide Seiten weiterhin gegenseitig hinter den Kulissen. Washington kappt die Chip-Lieferungen an Peking, während China offenbar einen Plan ausarbeitet, um dem US-Militär den Zugang zu Seltenerdmagneten zu verwehren. In Japan ist die Euphorie um die neue Premierministerin Sanae Takaichi bereits verflogen. Nachdem sie wegen eines großzügigen Fiskalpakets in die Kritik geraten war, geriet sie in der vergangenen Woche auch diplomatisch unter Druck, weil sie andeutete, ein hypothetischer chinesischer Angriff auf Taiwan könne eine militärische Reaktion Tokios auslösen.

In der Asien-Pazifik-Region, wo das Ende der US-Haushaltsblockade bereits gestern gefeiert wurde, verzeichneten die Märkte zumeist leichte Rückgänge. In Australien, Japan, Hongkong, Indien und Taiwan lagen die Verluste jeweils unter 0,3%, in Festlandchina bei 0,8%. Südkorea hingegen, gestützt vom technologieintensiven Leitindex, verbuchte ein Plus von 0,8%, nachdem der Markt tags zuvor bereits um 3% gestiegen war. Europas Börsen tendieren zur Eröffnung weiterhin freundlich – trotz leicht negativer US-Futures.

(Dies ist eine automatische Übersetzung, klicken Sie hier, um den Originalartikel aufzurufen)

Wirtschaftliche Höhepunkte:

Auf der heutigen Agenda: im Vereinigten Königreich - Arbeitslosenansprüche und die 3-monatige ILO-Arbeitslosenquote; in Deutschland - die ZEW-Umfrage zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen; in der Eurozone - die ZEW-Umfrage zu den Erwartungen. Die gesamte Agenda gibt es hier.

  • EUR / USD: 1,16 $
  • Gold: 4.130,9 $
  • Rohöl (Brent): 63,71 $
  • Anleihe Vereinigte Staaten 10 Jahre: 4,12 %
  • BITCOIN: 105.234 $

In den Nachrichten:

  • K+s: Meldete im dritten Quartal 2025 ein starkes EBITDA-Wachstum und einen positiven freien Cashflow. Aufgrund höherer Düngerpreise und operativer Effizienz wurde die Jahresprognose angehoben.
  • Munich re: Verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen deutlichen Gewinnanstieg auf fast 2 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr – dank geringer Katastrophenschäden.
  • United internet: Zeigte im dritten Quartal 2025 eine starke finanzielle Entwicklung mit Umsatzwachstum und verbessertem EBITDA, trotz laufender Kosten für den Ausbau des 1&1-Netzes.
  • Fraport: Erzielte im dritten Quartal 2024 und 2025 eine starke Geschäftsentwicklung mit deutlichem EBITDA-Wachstum und steigenden Nettogewinnen.
  • Tag immobilien: Meldete für die ersten drei Quartale 2025 starke Geschäftszahlen mit verbessertem FFO I und II. Zudem wurde eine Dividendenerhöhung um 30% für 2026 angekündigt.
  • Deutsche wohnen: Verzeichnete ein deutliches EBITDA-Wachstum, getrieben durch höhere Mieteinnahmen in Berlin.
  • Nordex: Erhielt einen Auftrag zur Lieferung von Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 42 MW für ein Projekt in Spanien.
  • Hellofresh: Wies die Vorwürfe von Grizzly Research in einem Short Report zurück und bestritt jegliche irreführende Angaben oder Managementfehler.
  • Hensoldt: Rechnet zwischen 2025 und 2030 mit deutlich steigendem Umsatz und EBITDA – unterstützt durch strategische Expansionen und eine verbesserte Marktposition.
  • Ionos: Veräußerte sein AdTech-Geschäft, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.
  • Medios: Meldete im dritten Quartal 2025 ein starkes Umsatzwachstum und bestätigte die Jahresprognose.
  • Redcare pharmacy: Berief Hendrik Krampe zum neuen Chief Financial Officer (CFO).
  • Inwit: Präsentierte starke Quartalszahlen und Profitabilität für Q3 und bestätigte die Jahresprognose mit positivem Ausblick.
  • Unicredit: Legte beim italienischen Verwaltungsgericht Berufung gegen die Golden-Power-Entscheidung im Zusammenhang mit der Übernahme von Banco BPM ein.
  • Technoprobe: Meldete in den ersten neun Monaten 2025 starkes Wachstum bei Umsatz und EBITDA und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm an.
  • Starbreeze: Verzeichnete im dritten Quartal 2024 ein Umsatzwachstum von 36,8% und einen EBITDA-Rückgang von 10%.
  • Psp swiss property: Zeigte in den ersten neun Monaten 2025 starke Geschäftszahlen mit einer Eigenkapitalrendite von 6,3% und Mieteinnahmen von 261,4 Millionen CHF.
  • Tesla: Sieht sich mit Führungsproblemen konfrontiert – mehrere Topmanager treten zurück. Gleichzeitig stimmten die Aktionäre dem Vergütungspaket für Elon Musk in Höhe von 878 Milliarden US-Dollar zu.
  • Boeing: Erhielt von der FAA die Freigabe zur Durchführung der dritten Phase der 777X-Zertifizierungsflüge.
  • Google: Beantragte die Genehmigung zur Ausfuhr von Kartendaten aus Südkorea und startete eine KI-gestützte TV-Plattform.
  • Berkshire hathaway: Warren Buffett wird bis Ende 2025 als CEO zurücktreten und hat Greg Abel als seinen Nachfolger benannt.
  • Parker-hannifin: Befindet sich in der Übernahme von Filtration Group – Transaktionswert rund 9 Milliarden US-Dollar.
  • Softbank group: Meldete im zweiten Quartal einen Gewinn von 16,6 Milliarden US-Dollar – hauptsächlich dank Wertzuwächsen bei den OpenAI-Beteiligungen.

Weitere Nachrichten von Unternehmen, die in Deutschland notiert sind, finden Sie hier.

Analystenempfehlungen:

  • Stabilus Se: Berenberg hält an seiner Kaufempfehlung fest und reduziert das Kursziel von 32 EUR auf 31 EUR.
  • Hannover Re: AlphaValue/Baader Europe hält an seiner Add-Empfehlung fest und reduziert das Kursziel von EUR 324 auf EUR 323.
  • Rheinmetall Ag: Bernstein hält an seiner Marktperformance-Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von EUR 1960 auf EUR 1980.
  • Krones Ag: Landesbank Baden-Wuerttemberg hält an seiner Kaufempfehlung fest und reduziert das Kursziel von 160 EUR auf 155 EUR.
  • Puma Se: RBC Capital hält an seiner Sektor-Performance-Empfehlung fest und reduziert das Kursziel von 20 auf 18 EUR.
  • Fresenius Se & Co. Kgaa: Morgan Stanley hält an seiner Übergewichtungsempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 55 auf 56 EUR.
  • Auto1 Group Se: Oddo BHF hält an seiner Outperform-Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 34 auf 35 EUR.
  • Nemetschek Se: Goldman Sachs hält an seiner Kaufempfehlung fest und reduziert das Kursziel von EUR 158 auf EUR 145.
  • Basf: Jefferies hält an seiner Halte-Empfehlung fest und senkt das Kursziel von 45 auf 43 EUR.
  • Evonik Industries Ag: Jefferies stuft von Halten auf Underperform mit einem von 15,10 EUR auf 12,20 EUR reduzierten Kursziel.
  • Dksh Holding Ag: Berenberg hält an seiner Kaufempfehlung fest und senkt das Kursziel von CHF 80 auf CHF 75.
  • Skan Group Ag: Berenberg hält an seiner Kaufempfehlung fest und reduziert das Kursziel von CHF 80 auf CHF 67.
  • Lem Holding Sa: Research Partners AG hält an seiner Kaufempfehlung fest und senkt das Kursziel von CHF 670 auf CHF 450.