Aktien blieben in der vergangenen Woche im positiven Bereich. Sowohl in Europa als auch in den USA verzeichneten der Stoxx Europe 600 und der S&P 500 leichte Wochengewinne und setzten damit die kräftigere Erholung der Vorwoche fort. Die Nervosität Anfang November hat sich gelegt, doch deutet sich nun eine Sektorrotation an.

Im Fokus steht nun die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank am Mittwochabend. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ist weitgehend eingepreist (laut Terminmärkten mit einer Wahrscheinlichkeit von 87%). Für Diskussionen sorgt allerdings die Frage, was danach kommt. Analysten sind sich einig, dass die US-Notenbank zu einem sogenannten „hawkish cut“ greifen muss – also einer Zinssenkung, die mit einer restriktiven Botschaft einhergeht: „Wir haben die Zinsen gesenkt, sind uns aber nicht sicher, ob das richtig war – erwartet also keine expansive Geldpolitik auf breiter Front.“ Nüchterner formuliert: Die Fed muss die Kontrolle über die weiterhin hohen Preissteigerungen in den USA behalten, da niedrigere Zinsen die Inflation zusätzlich anheizen könnten. Sie darf nicht den Eindruck erwecken, die Schleusen zu öffnen – sonst verliert sie die Kontrolle über das makroökonomische Narrativ. Ein restriktiver Ton von Fed-Chef Jerome Powell am Mittwochabend ist daher zu erwarten.

Das deutlichste Zeichen für diese Markterwartung zeigt sich am Anleihemarkt. Üblicherweise würden die US-Renditen bei Aussicht auf eine Zinssenkung fallen. Stattdessen sind sie in den vergangenen Tagen gestiegen und haben am Wochenende bei der zehnjährigen US-Staatsanleihe die Marke von 4,1% überschritten. Dies signalisiert klar, dass Rentenanleger mit weniger Zinssenkungen rechnen als die Aktienmärkte. Und genau darin liegt eine Spannung für Aktien: Zinssenkungserwartungen sind derzeit einer der wichtigsten Kurstreiber – insbesondere, da andere Impulsgeber ins Stocken geraten.

So hat etwa der Sektor Künstliche Intelligenz nach einer spektakulären Hausse eine Atempause eingelegt. Die jüngste Euphorie war so ausgeprägt, dass sogar Ed Yardeni – bekannt für seinen langjährigen Bullenblick – seine Übergewichtung in Technologiewerten reduziert hat, eine Position, die er seit 2010 gehalten hatte. Besonders skeptisch ist er gegenüber den „Magnificent Seven“, deren Gewinnentwicklung sich verändert. Dennoch bleibt er dem Sektor insgesamt gewogen: Neue Marktteilnehmer könnten die Dominanz der Hyperscaler herausfordern. Zur Neugewichtung seiner Allokation hat Yardeni seine Übergewichtung in Finanzwerten erhöht – deren Gewinnanteil im S&P 500 deutlich unterrepräsentiert ist – sowie in Industrie- und Gesundheitswerte.

Ein Blick auf die wichtigsten Schlagzeilen zu Beginn der Woche:

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte in Les Echos, dass „China inzwischen das Herz des europäischen Industriemodells angreift“. Er brachte zusätzliche Zölle gegenüber China ins Spiel und forderte zugleich, die EZB solle Wachstum und Beschäftigung stärker in den Mittelpunkt ihrer Geldpolitik rücken. Rutscht der französische Präsident damit in eine trumpistische Radikalisierung ab?

Apropos: In den USA hat Donald Trump die Monroe-Doktrin wiederbelebt und in einem strategisch aufgeladenen Grundsatzpapier Europa ins Visier genommen. Unterdessen bezeichneten US-Handelsvertreter die jüngsten Gespräche mit dem chinesischen Vizepremier als „konstruktiv“ und lobten Pekings Bemühungen zur Einhaltung des bilateralen Zwischenhandelsabkommens.

In der Region verschärften sich die Spannungen zwischen Japan und China nach einem provokativen Luftzwischenfall zwischen Kampfflugzeugen am Wochenende. Der diplomatische Schlagabtausch wurde durch eine undiplomatische Äußerung des japanischen Premierministers zu Taiwan ausgelöst. Peking reagierte mit einer Reihe von Gegenmaßnahmen, insbesondere durch Einschränkungen beim chinesischen Tourismus in Japan und beim Außenhandel. China kündigte übrigens am Morgen einen starken Anstieg seiner Exporte an – was wenig zur Entspannung der Handelsdefizite der USA und Europas mit dem ehemaligen Reich der Mitte beitragen dürfte.

Heute versammeln sich europäische Staats- und Regierungschefs in Deutschland, um ihren ukrainischen Verbündeten im Rahmen eines von den USA unterstützten Friedensplans zu unterstützen – der auffallend stark russische Interessen berücksichtigt.

Im makroökonomischen Kalender droht die Fed-Entscheidung am Mittwoch, alle anderen Wirtschaftsnachrichten in den Schatten zu stellen. Weitere Notenbanksitzungen stehen unter anderem in Australien, Kanada, der Schweiz, Brasilien und der Türkei an. In den USA werden die durch den jüngsten Shutdown verzögerten Daten sukzessive veröffentlicht. Diese Woche stehen Arbeitsmarktzahlen sowie die Handels- und Großhandelsdaten für den September an.

Im Unternehmenskalender geht es weiter, obwohl die Berichtssaison eigentlich vorbei schien. Im Fokus stehen Ergebnisse von Oracle, Adobe und Broadcom – alle drei mit Bezug zur Künstlichen Intelligenz. Bleibt Broadcom im Rampenlicht? Verliert Adobe angesichts zunehmender Konkurrenz an Boden? Und vor allem: Werden Investoren weiterhin Oracles KI-Schwenk unterstützen, obwohl sich die jüngsten Quartalszahlen als zu optimistisch herausgestellt haben und sich die Kreditmärkte zunehmend nervös über die Investitionssummen zeigen?

Die Woche begann in der Asien-Pazifik-Region mit einem gemischten Bild. Japan, Südkorea und Taiwan tendieren fester, während Indien und Australien leicht nachgeben. Die europäischen Futures deuten auf einen moderaten Rückgang hin.

(Dies ist eine automatische Übersetzung, klicken Sie hier, um den Originalartikel aufzurufen)

Wirtschaftliche Höhepunkte:

Auf der heutigen Agenda: die saisonbereinigte Industrieproduktion in Deutschland. Die gesamte Agenda gibt es hier.

  • EUR / USD: 1,17 $
  • Gold: 4.211,3 $
  • Rohöl (Brent): 63,82 $
  • Anleihe Vereinigte Staaten 10 Jahre: 4,14 %
  • BITCOIN: 91.701,8 $

In den Nachrichten:

  • Tkms: Der Umsatz stieg um 9,3% auf 2,2 Mrd. €, angetrieben durch U-Boot-Aufträge. Die Gewinnmarge lag bei 6% und übertraf die Erwartungen.
  • Stabilus: Erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatzrückgang sowie eine deutliche Kürzung der Dividende.
  • Bnp paribas: Veräußerte ihren 25%-Anteil an AG Insurance für 1,9 Mrd. € an Ageas und stärkte damit ihre Kapitalquote.
  • L'oréal: Erhöhte ihren Anteil an Galderma auf 20% durch den Kauf weiterer 10% von einem EQT-geführten Konsortium.
  • Sgs: Weitete ihre globale Präsenz im Agrarbereich durch die Übernahme von ASC aus.
  • Surgical science sweden ab: Setzte neue Finanzziele für 2025–2027 und plant den Wechsel der Börsennotierung an die Nasdaq Stockholm.
  • Stillfront group ab: Ernannte Emily Villatte zur neuen Group Chief Financial Officer.
  • Acast ab: Berufte Katrin Vogel zur interimistischen Chief Financial Officer und stellvertretenden CEO.
  • Ibm: Steht kurz vor der Übernahme von Confluent für rund 11 Mrd. $, um seine Datenkompetenz im Bereich KI zu stärken.
  • Netflix: Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery für 72 Mrd. $ wird kartellrechtlich geprüft.
  • Unilever: Trotz Druck von Unilever kündigte Anuradha Mittal an, nicht aus dem Vorstand von Ben & Jerry’s zurückzutreten.
  • Eli lilly: Das Medikament Mounjaro wird ab dem 1. Januar 2025 in Chinas staatliche Krankenversicherung aufgenommen.

Weitere Nachrichten von Unternehmen, die in Deutschland notiert sind, finden Sie hier.

Analystenempfehlungen:

  • Aurubis Ag: Kepler Cheuvreux hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 129 auf 136 EUR.
  • Flatexdegiro Ag: Berenberg hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 32 EUR auf 42 EUR.
  • Siemens Energy Ag: Morgan Stanley hält an seiner Übergewichtungsempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 125 auf 130 EUR.
  • Knorr-Bremse Ag: Morgan Stanley stuft von Gleichgewicht auf Übergewicht mit einem von 83 EUR auf 107 EUR erhöhten Kursziel.
  • Gea Group Ag: Morgan Stanley stuft von Gleichgewicht auf Untergewicht mit einem von 60 EUR auf 54 EUR reduzierten Kursziel.
  • Schaeffler Ag: Oddo BHF hält an seiner Outperform-Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 7,40 EUR auf 8,80 EUR.
  • Schott Pharma Ag & Co. Kgaa: Oddo BHF hält an seiner Outperform-Empfehlung fest und reduziert das Kursziel von 35 auf 26 EUR.
  • Vienna Insurance Group Ag: Autonomous Research hält an seiner Underperform-Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 39 EUR auf 45 EUR.
  • Deutsche Börse Ag: Rothschild & Co Redburn hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von EUR 289 auf EUR 294.
  • Heidelberg Materials Ag: Deutsche Bank hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 229 auf 267 EUR.
  • Hugo Boss Ag: DZ Bank AG Research hält an seiner Kaufempfehlung fest und reduziert das Kursziel von 47 EUR auf 42 EUR.
  • Merck Kgaa: JP Morgan hält an seiner Übergewichten-Empfehlung fest und reduziert das Kursziel von 155 auf 150 EUR.