Ausblick: Händler rechnen weiter mit einer volatilen Seitwärtsbewegung an Europas Börsen. Im Fokus stehen die Fed-Zinsentscheidung und -Kommentare am Abend. Dazu gibt es eine Flut von Quartalszahlen, darunter aus den USA von Technologierschwergewichten mit KI-Fokus. Alphabet, Amazon.com, Microsoft und Meta öffnen nachbörslich am späten Abend die Bücher. Viele Akteure erwarten, dass die Zahlen die Rally auf die Probe stellen werden, die die wichtigsten Indizes zuletzt auf Rekordstände getrieben hat. Begrüßt wird an den Börsen der Ausstieg der VAE aus der Opec, weil es dem Land erlauben würde, mehr Öl zu fördern, als das Kartell derzeit zulässt.

Rückblick: Etwas leichter - Im Handel sprach man von Abwarten vor den Notenbanksitzungen im Wochenverlauf, dazu bremste der weiter gestiegene Ölpreis die Kaufbereitschaft. Vor allem Quartalsberichte bewegten Einzelwerte. Die hohen Ölpreise bescherten BP zum Jahresstart sprudelnde Gewinne, was mit einem Kursplus von 1,1 Prozent goutiert wurde. Air Liquide gaben um 3,2 Prozent nach, weil das vergleichbare Umsatzwachstum die Erwartungen nicht erfüllte. Telenor verbilligten sich nach einem gesenkten Ausblick des Telekommunikationsanbieters um 5,7 Prozent. Die Aktie der Werbeagentur WPP schloss nach dem Geschäftsausweis 0,2 Prozent leichter. Die Branche ist einer der Hauptleidtragenden der befürchteten KI-Disruption. Seit Jahresbeginn haben WPP mehr als 20 Prozent an Wert verloren.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas leichter - Schlusslicht im DAX war die Qiagen-Aktie mit einem Abschlag von 10,8 Prozent. Das Diagnostikunternehmen hatte die Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach unten genommen. Bayer verloren 4,6 Prozent nach einer Anhörung vor dem Obersten US-Gericht zu Glyphosat-Klagen. Die Richter hatten sich empfänglich gezeigt für Argumente, dass Bayer nach einem Gesetz in Missouri auf Schadensersatz verklagt werden kann, wobei es im Kern um fehlende Warnhinweise ging. Deutsche Börse legten nach überzeugenden Erstquartalszahlen um 0,3 Prozent zu. Henkel verloren 2 Prozent, die Aktie wurde ex Dividende gehandelt. Mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent lagen Commerzbank mit an der DAX-Spitze. Am 5. Mai startet das etwa 35 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot per Aktientausch der Unicredit. Init Innovation haussierten um 11,9 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Großauftrag in Australien erhalten hatte. Salzgitter gaben um 9,2 Prozent nach. Der Stahlhersteller bringt rund 3 Millionen Aktien aus dem eigenen Bestand auf den Markt.

XETRA-NACHBÖRSE

Die Airbus-Aktie wurde gut 1 Prozent tiefer gesehen. Der Konzern verdiente im ersten Quartal 2026 weniger und konnte wegen fehlender Triebwerke weniger Flugzeuge ausliefern, wie er am Abend berichtete. Scout24 legten um 7 Prozent zu. Das Unternehmen will im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms im Volumen von bis zu 500 Millionen Euro in einer zweiten Tranche bereits bis Ende dieses Jahres bis zu 250 Millionen Euro an eigenen Aktien zurückkaufen. Hypoport wurden 7,3 Prozent höher getaxt. Das Finanzunternehmen verzeichnete im ersten Quartal Zuwächse bei EBIT und Rohertrag.

USA - AKTIEN

Etwas leichter - Abgaben im Technologiesektor dominierten das Geschehen. Dahinter stand ein Bericht, wonach die KI-Ikone OpenAI zuletzt die selbstgesteckten Nutzer- und damit auch die Umsatzziele nicht erreichte. Damit stünden die Investitionen in Datenzentren auf dem Prüfstand. In der Folge fielen Aktien mit Bezug zum ChatGPT-Entwickler - so Oracle und CoreWeave um 4,0 bzw. 5,8 Prozent. Im Chipsektor verloren AMD 3,4, Nvidia 1,6 und Intel 0,5 Prozent. Für Zurückhaltung sorgte laut Händlern auch, dass am Mittwoch Geschäftsausweise großer Technologiekonzerne anstehen. United Parcel Service verzeichnete im ersten Quartal einen geringeren Gewinn und Umsatz. Die Aktie verlor 4 Prozent. GM gewannen nach dem Geschäftsausweis 1,3 Prozent. Der Automobilhersteller hob die bereinigte Gewinnprognose wegen geringerer Zollkosten an. Höhere Gewinne hievten den Kurs von Coca-Cola 3,9 Prozent an.

USA - ANLEIHEN


US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,84  +0,03       3,85            3,79 
5 Jahre             3,98  +0,03       4,00            3,94 
10 Jahre            4,35  +0,01       4,38            4,33 
 

Die auf die höchsten April-Stände gekletterten Ölpreise schürten Inflationssorgen. Daher stiegen am Anleihemarkt die Renditen, wenn auch nur leicht. Im Zehnjahresbereich ging es um 1 Basispunkt auf 4,35 Prozent nach oben.

+++++ DEVISENMARKT +++++


               zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 17:30 
EUR/USD         1,1701   -0,1   -0,0010          1,1711     1,1710 
EUR/JPY         186,76   -0,1   -0,1300        186,8900   186,8600 
EUR/CHF         0,9237   -0,0   -0,0004          0,9241     0,9242 
EUR/GBP         0,8662   -0,0   -0,0001          0,8663     0,8669 
USD/JPY         159,65   +0,0    0,0400        159,6100   159,5900 
GBP/USD         1,3506   -0,1   -0,0010          1,3516     1,3505 
USD/CNY         6,8361   -0,0   -0,0013          6,8374     6,8374 
USD/CNH         6,8385   -0,0   -0,0008          6,8393     6,8387 
AUS/USD         0,7161   -0,3   -0,0019          0,7180     0,7173 
Bitcoin/USD  77.232,44   +1,0    763,03       76.469,41  76.022,22 
 

Die Spekulation auf weiter hohe Zinsen stützte die US-Währung - der Dollarindex zog um 0,2 Prozent an, konnte das Tageshoch aber nicht halten.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE


         zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold    4.599,19   +0,1      4,68        4.594,51 
Silber     73,72   +0,9      0,64           73,08 
Platin  1.936,79   -0,2     -3,29        1.940,08 
 

Der feste Dollar und steigende Marktzinsen belasteten den Goldpreis - die Feinunze fiel um 1,9 Prozent auf 4.595 Dollar.

ÖL


              zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex       99,69   -0,2     -0,24           99,93 
Brent/ICE      111,69   +0,4      0,43          111,26 
 

Für die Ölpreise ging es weiter nach oben. Das Barrel der Sorte Brent verteuerte sich um 2,7 Prozent auf 111,14 Dollar. Dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus der Opec austreten, bewegte nicht. Und das, obgleich die Nachricht laut CMC wie eine "Bombe an den Finanzmärkten" eingeschlagen sei. Wie sich das mittelfristig auf die Ölpreise auswirken werde, sei bislang zwar nicht abschätzbar, in jedem Falle stelle es eine Erosion des Erdölkartells dar.

+++++ MELDUNGEN SEIT DIENSTAG 17.30 UHR +++++

NUTZFAHRZEUGMARKT EUROPA

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist mit Wachstum in das Jahr gestartet, nachdem er 2025 infolge des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes geschrumpft war. Während das Wachstum bei leichten Nutzfahrzeugen und Lkw eine Erholung von einem niedrigen Niveau widerspiegelt, zeichnet sich das Bussegment zu Jahresbeginn durch eine robuste Dynamik aus, wie die Herstellervereinigung Acea mitteilte. Die Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen bis zu 3,5 Tonnen stiegen im ersten Quartal in der EU, der Freihandelszone Efta und Großbritannien im Jahresvergleich um 1,1 Prozent auf rund 454.545 Einheiten. Die Neuzulassungen von Lkw über 3,5 Tonnen zogen um 10,4 Prozent auf 97.950 Einheiten an. Bei Bussen wurden 13.057 Einheiten neu zugelassen, 9,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

AIRBUS

hat im ersten Quartal 2026 weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern konnte wegen fehlender Triebwerke weniger Flugzeuge ausliefern. Dagegen verbuchte die Sparte Defence und Space eine starke Leistung. Airbus bestätigte die Jahresprognose. In den drei Monaten von Januar bis März sank der Konzernumsatz um 7 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach um 52 Prozent auf 300 Millionen Euro ein. Der Nettogewinn lag mit 586 Millionen Euro um mehr als ein Viertel unter dem Vorjahreszeitraum, je Aktie verdiente der im DAX notierte Konzern 0,74 Euro nach 1,01 Euro.

DEUTSCHE BANK

Nachfolgend die Erstquartalszahlen und Konsensschätzungen (in Millionen Euro, je Aktie in Euro, Rendite in Prozent):


                                 BERICHTET    PROG   PROG 
1. QUARTAL                     1Q26   ggVj    1Q26   ggVj    1Q25 
Erträge                       8.671  +1,7%   8.534  +0,1%   8.524 
-Investmentbank               3.373  +0,3%   3.352  -0,3%   3.362 
-Fixed Income & Currencies    2.853  -1,5%   2.849  -1,6%   2.896 
Aufwand-Ertrags-Relation       58,9     --    61,8     --    61,2 
Risikovorsorge                  519   +10%     447  -5,1%     471 
Eigenkapitalrendite (RoTE)     12,7     --    11,8     --    11,9 
Ergebnis vor Steuern          3.041  +7,2%   2.813  -0,8%   2.837 
Ergebnis nach Steuern         2.174  +8,1%   2.009  -0,1%   2.012 
Ergebnis nach Steuern/Dritten 2.118  +7,6%   1.963  -0,2%   1.968 
Ergebnis je Aktie verwässert   1,06  +7,1%    0,92  -7,5%    0,99 
 

Die Deutsche Bank hat im November neue Ziele für den Strategiehorizont bis 2028 ausgegeben. Sie strebt bis dahin eine Rendite von über 13 Prozent an. Die Erträge sollen um mehr als 5 Prozent pro Jahr auf dann 37 Milliarden Euro zulegen. Die Aufwand-Ertrags-Relation soll auf unter 60 Prozent sinken. Die Bank will weiter in Wachstum und Technologie investieren, gleichzeitig 2 Milliarden Euro einsparen. Für das laufende Jahr erwartet die Bank weiterhin Erträge von 33 Milliarden Euro nach 32,1 Milliarden im Vorjahr.

DEUTSCHE TELEKOM

Die Gewerkschaft Verdi weitet ihre Warnstreiks im Zuge der Tarifverhandlungen am Mittwoch aus.

MERCEDES-BENZ

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April 29, 2026 01:32 ET (05:32 GMT)