Leichter - Nachdem die US-Börsen am Vortag noch kaum auf den Krieg im Iran reagierten hatten, holte der weitere Kreise ziehende Konflikt die Wall Street nun ein. Zunehmend machte sich Nervosität breit, was auch an gestiegenen Volatilitätsindizes - auch "Angstbarometer" genannt - erkennbar wurde. Zur Kriegs- gesellte sich nun auch Inflationsangst. Denn die Ölpreise setzten ihren rasanten Anstieg fort, wenngleich sie von den Tageshochs zurückkamen. Für etwas Entspannung sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, laut denen die US-Marine bei Bedarf damit beginnen werde, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Die gestiegenen Öl- und Gaspreise weckten neben Inflations- auch Konjunktursorgen und somit die Befürchtung einer geringeren Nachfrage. Daher verloren Exxon Mobil 1,5 Prozent. Bei den am Vortag stark gefragten Rüstungsaktien wurden Gewinne mitgenommen. RTX verbilligten sich um 2,7 und Northrop Grumman um 1,1 Prozent. Die Aktien von Fluggesellschaften stabilisierten sich. American Airlines fielen um weitere 0,5 Prozent, United Airlines um 0,6 Prozent, während Delta Air Lines sogar 0,5 Prozent fester schlossen. Die Aktie des Kreuzfahrtveranstalters Carnival gab 2,1 Prozent nach. Nach besser als gedacht ausgefallenen Geschäftszahlen kletterten Target um 6,7 Prozent.

USA - ANLEIHEN

Die zunehmenden Inflationsgefahren und daraus resultierenden schwindenden Zinssenkungshoffnungen ließen die Renditen weiter steigen. Die zehnjähriger Titel legte um 1 Basispunkt auf 4,06 Prozent zu. Am frühen Montag hatte die Zehnjahresrendite noch unter 4 Prozent gelegen.

+++++ DEVISENMARKT +++++


DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 17:25 Uhr 
EUR/USD         1,1591   -0,2   -0,0022          1,1613         1,1593 
EUR/JPY         182,68   -0,2   -0,4300        183,1100       182,9200 
EUR/CHF         0,9063   -0,2   -0,0014          0,9077         0,9072 
EUR/GBP         0,8705   +0,2    0,0014          0,8691         0,8704 
USD/JPY         157,58   -0,1   -0,1300        157,7100       157,7700 
GBP/USD         1,3315   -0,3   -0,0039          1,3354         1,3315 
USD/CNY         6,9238   +0,4    0,0242          6,8996         6,8996 
USD/CNH          6,931   +0,2    0,0147          6,9163         6,9232 
AUS/USD            0,7   -0,5   -0,0033          0,7033         0,7018 
Bitcoin/USD  68.273,27   +0,3    223,91       68.049,36      68.941,37 
 

Der Dollar profitierte weiter von seinem Ruf als Fluchtwährung. Mit dem Dollarindex ging es um 0,7 Prozent nach oben. Der Euro wertete auf 1,1617 Dollar ab.

Der Dollar steigt am Morgen nur noch moderat - der Dollarindex klettert um weitere 0,1 Prozent. "Der sich ausweitende Konflikt zwischen Israel, Iran und den USA belastet weiterhin die globale Risikostimmung und hält die Märkte im Risk-off-Modus", erläutert MUFG-Analyst Lloyd Chan. Der US-Dollar profitiere davon, gestützt durch die Nachfrage nach sicheren Häfen und eine gedämpftere Markterwartung hinsichtlich Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr.

+++++ ROHSTOFFE +++++


Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          5.155,27   +1,4     68,80        5.086,47 
Silber           84,41   +2,9      2,37           82,04 
Platin        2.132,64   +2,4     50,04        2.082,60 
 

Gold gab anfängliche Gewinne ab. Der Preis für die Feinunze sackte um 4,2 Prozent ab. Der festere Dollar bzw. gesunkene Zinssenkungsfantasie belasteten.

ÖL


ROHOEL         zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex        75,93   +1,8      1,37           74,56 
Brent/ICE        83,28   +2,3      1,88           81,40 
 

Der Iran hatte gedroht, Energieinfrastruktur zu zerstören und Schiffe "zu verbrennen", die die Straße von Hormus passieren - ein wichtiger Transportweg für Öl. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um mehr als 4 Prozent.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

US-GELDPOLITIK

Laut dem Präsidenten der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari, ist es noch zu früh, um abschätzen zu können, welchen Einfluss der Konflikt im Nahen Osten auf die Inflation haben wird. "Ich hatte das Gefühl, dass die Geldpolitik in einer ziemlich guten Position war", sagte Kashkari. "Jetzt müssen wir sehen, was dieser neue Schock, potenziell neue Schocks für die Weltwirtschaft, bewirkt - wie lange der Effekt anhält und wie groß er ist."

INFLATION EU

EZB-Chefökonom Philip Lane warnt in der Financial Times, dass Störungen der Öl- und Gasversorgung, die zu einem "Anstieg der Energiepreise führen, einen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben, insbesondere kurzfristig". Das Ausmaß des Schocks aus dem Nahen Osten würde "von der Breite und Dauer des Konflikts abhängen", sagte Lane. Die EZB werde "die Entwicklungen genau beobachten". Lane verwies auf eine Szenarioanalyse, die die Bank im Jahr 2023 durchgeführt habe und die "einen erheblichen Anstieg der energiebedingten Inflation und einen starken Rückgang der Produktion" hervorhob, falls ein Konflikt im Nahen Osten zu einem "anhaltenden Rückgang der Energieversorgung" führen würde. (Financial Times)

GASVERSORGUNG DEUTSCHLAND

DIHK-Präsident Peter Adrian hat sich besorgt über die wirtschaftlichen Risiken des Irankriegs und insbesondere den geringen Füllstand der deutschen Gasspeicher geäußert. "Während die Ölpreise an der Börse bislang vergleichsweise moderat reagieren, sehen wir bei den Gaspreisen bereits deutliche Ausschläge", sagte der DIHK-Präsident der Rheinischen Post. "Mit Sorge blicken wir zudem auf die anstehende Wiederbefüllung der weitgehend leeren Gasspeicher. Wenn dies nur zu erheblich höheren Kosten gelingt, drohen auch im kommenden Winter dauerhaft hohe Gaspreise. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit vieler energieintensiver Betriebe weiter schwächen", warnte der DIHK-Chef. (Rheinische Post)

BUY EUROPEAN

EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné will ein Gesetz vorlegen, wonach öffentliche Gelder vorrangig für europäische Produkte verwendet werden sollen. Gegenüber früheren Plänen wurde der Entwurf jedoch spürbar abgeschwächt - auch auf Druck aus Deutschland. So werden weniger Branchen geschützt als zunächst vorgesehen. E-Autos, Wechselrichter, Wärmepumpen und Elektrolyseure sollen künftig vorrangig in der EU produziert werden, um für Kaufprämien infrage zu kommen. (Handelsblatt)

BATTERIESPEICHER

Die Bundesnetzagentur will den rasanten Zubau von Batteriespeichern bremsen. Um dieses Ziel zu erreichen, erwägt die Regulierungsbehörde, den Betreibern ein entscheidendes Privileg zu streichen: Bislang ist gesetzlich geregelt, dass Batteriespeicher, die bis zum 4. August 2029 in Betrieb gehen, 20 Jahre lang keine Entgelte für die Nutzung der Stromnetze zahlen müssen. Das will die Agentur ändern. (Handelsblatt)

ADIDAS

Der Sportartikelhersteller hat den Vertrag von Vorstandschef Bjørn Gulden bis zum 31. Dezember 2030 verlängert. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat auch die Bestellung von Michelle Robertson, zuständig für den Bereich Global Human Resources, People and Culture, bis zum 31. Dezember 2031 verlängert.

BEIERSDORF

wird keine Klage zur Rückerstattung gezahlter Zölle in den USA einreichen. Das sagte Vorstandschef Vincent Warnery im Interview mit dem Handelsblatt.

AROUNDTOWN / GRAND CITY PROPERTIES

will bis zu gut 47,45 Millionen Aktien des Wohnimmobilienunternehmens Grand City Properties erwerben und die eigene Beteiligung so von derzeit 63 Prozent auf maximal 89,5 Prozent ausbauen. Aroundtown bietet dazu 4 eigene Aktien aus dem Bestand für eine GCP-Aktie. Das Angebot unterliegt keiner Mindestannahmeschwelle oder sonstigen Bedingungen.

ASM INTERNATIONAL

hat im Schlussquartal 2025 einen Nettogewinn von 166,1 (Vorjahr: 225,8) Millionen Euro verzeichnet. Analysten hatten im Visible-Alpha-Konsens mit 141,2 Millionen Euro gerechnet. Der Bruttogewinn belief sich auf 347,7 Millionen Euro, was einer Marge von 49,8 Prozent entspricht. Analysten hatten einen Bruttogewinn von 338,5 Millionen Euro prognostiziert.

BILFINGER


                   BERICHTET   PROG  PROG 
4. QUARTAL 2025    4Q25 ggVj   4Q25  ggVj    4Q24 
Umsatz            1.423  +4%  1.417   +4%   1.362 
EBITA                87 +16%     83  +11%      75 
EBITA-Marge         6,1   --    5,9    --     5,5 
Konzernergebnis      42 -19%     58  +11%      52 
Ergebnis je Aktie  1,14 -17%   1,66  +20%    1,38 
Free Cashflow        97 +15%     --    --      84 
 
AUSBLICK 2026 - das Unternehmen erwartet: 
- Unmsatz: von 5,4 bis 5,9 Mrd Euro 
- EBITA-Marge: von 5,8 % bis 6,2 % 
- Free Cashflow: 250 bis 300 Mio Euro 
 

- alle Angaben in den Tabellen in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis und Dividende je Aktie in Euro, Marge in Prozent;

SIEMENS ENERGY

kauft Aktien für bis zu 2 Milliarden Euro zurück. Starten soll der am heutigen Dienstag beschlossene Aktienrückkauf Unternehmensangaben zufolge am morgigen Mittwoch und spätestens am 30. September enden. Die zurückgekauften Aktien sollen entweder eingezogen oder im Rahmen von aktienbasierten Vergütungs- beziehungsweise Belegschaftsaktienprogrammen an Mitarbeiter ausgegeben werden.

REDCARE PHARMACY


                                BERICHTET 
4. QUARTAL                     4Q25  ggVj   4Q24 
Umsatz                          795  +18%    675 
Non-Rx Umsatz*                  484   +9%    443 
EBITDA bereinigt                 13    --   -4,9 
EBITDA-Marge bereinigt          1,6    --   -0,7 
 
AUSBLICK 2026 - das Unternehmen erwartet: 
- Konzernumsatzwachstum von 13% bis 15% 
- Non-Rx-Umsatzwachstum von 8% bis 10% 
- Rx-Umsatz in Deutschland von mehr als 670 Mio Euro 
- Bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5% 
 

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

March 04, 2026 01:34 ET (06:34 GMT)