Die Mongolei strebt eine Neuverhandlung der „unfairen“ kommerziellen Bedingungen für die 18 Milliarden Dollar teure Kupfermine Oyu Tolgoi des Bergbaugiganten Rio Tinto an, berichtete die Financial Times am Montag.

Der mongolische Premierminister Gombojavyn Zandanshatar warnte Rio in einem Treffen am Montag, dass die derzeitige Vereinbarung „unfair“ sei, und fügte hinzu, dass „sich diese ganze Situation so anfühlt, als ob das mongolische Volk und das Parlament getäuscht würden“, so die Zeitung unter Berufung auf Videomaterial, das ihr vorlag.

Ein Sprecher von Rio Tinto erklärte gegenüber Reuters, dass man sich in aktiven Verhandlungen mit der mongolischen Regierung befinde. Die Gespräche spiegelten das anhaltende Engagement wider, gemeinsam daran zu arbeiten, das volle Potenzial von Oyu Tolgoi zum Wohle aller Partner auszuschöpfen.

Zandanshatar und andere Regierungsvertreter werden diese Woche mit Führungskräften von Rio, darunter die Leiterin der Kupfersparte Katie Jackson, zusammentreffen, um die Bedingungen des Deals zu erörtern, hieß es in dem Bericht.

Die Mongolei besitzt 34 % an Oyu Tolgoi, einem der weltweit größten bekannten Kupfer- und Goldvorkommen, während Rio einen Anteil von 66 % hält. Die Anlage ist das größte Kupfer-Wachstumsprojekt von Rio und begann 2011 mit dem Tagebau.

Die Mongolei nahm bei Rio Tinto ein milliardenschweres Darlehen zu einem variablen Zinssatz auf, der derzeit bei über 11 % liegt, um ihren Anteil an den für die Erschließung der Mine erforderlichen Investitionsausgaben zu finanzieren, so die FT.

Die Regierung schlägt vor, dass Rio den Zinssatz für das Darlehen auf weniger als 6 % senkt und die jährliche Managementgebühr für das Projekt reduziert. Dem Bericht zufolge droht Rio ein erhöhter Exportsteuersatz, falls die Verhandlungen zwischen den Parteien schlecht verlaufen.

Reuters konnte den Bericht nicht sofort verifizieren. Rio Tinto reagierte nicht unmittelbar auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Bei Spitzenproduktion soll Oyu Tolgoi laut seiner Website jährlich 500.000 Tonnen Kupfer produzieren.

Im Jahr 2022 erklarte sich Rio bereit, der Regierung Schulden in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit Oyu Tolgoi zu erlassen, wobei beide Seiten vereinbarten, ihre Beziehung auf „Null zu setzen“.