Versicherte in ländlichen Gebieten waren laut der JAMA-Studie doppelt so häufig von Tarifänderungen betroffen wie Menschen in städtischen Regionen. Dies wirft Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistern, Fachärzten und Langzeitbehandlungen auf, schrieb Hannah James, Politikforscherin am Thinktank RAND Corporation, in einem Kommentar zur Studie.
In sieben Bundesstaaten waren mehr als 40 % der Medicare-Advantage-Versicherten gezwungen, sich nach einem neuen Tarif umzusehen, da Anbieter den Markt verließen. In Vermont traf dies sogar auf 92 % der Versicherten zu. Die weiteren betroffenen Bundesstaaten waren Idaho, Wyoming, North Dakota, South Dakota, Maryland und New Hampshire.
Das staatliche Medicare-Gesundheitsprogramm bietet rund 60 Millionen Menschen ab 65 Jahren oder mit Behinderungen Leistungen an. Etwa die Hälfte von ihnen ist bei Medicare-Advantage-Tarifen großer Versicherungsgesellschaften versichert, während die andere Hälfte Leistungen über das traditionelle, staatlich verwaltete Medicare erhält.
Im Jahr 2025 meldeten Krankenversicherer Defizite bei ihren Tarifen, nachdem die Kosten gestiegen und die staatlichen Erstattungen gesunken waren. Sie kündigten an, sich 2026 aus bestimmten Märkten zurückzuziehen oder diese zu verändern.
UNITEDHEALTHCARE, AETNA, ELEVANCE WECHSELN ALLE
Versicherte kleinerer Anbieter machten der Studie zufolge die Hälfte aller von Umstellungen betroffenen Personen aus.
UnitedHealthcare, Teil der UnitedHealth Group, war für nahezu 14 % der Umstellungen verantwortlich, gefolgt von Aetna (CVS Health) mit 8,65 % und Elevance mit etwa 8 %.
Am häufigsten wurden Tarife eingestellt, die den Versicherten eine größere Auswahl an Ärzten und Anbietern boten, so die Studie weiter.
Das derzeitige Modell, bei dem die Regierung die Versicherer auf Basis vorab ausgehandelter Sätze bezahlt, motiviert die Anbieter laut James dazu, profitablere Patientengruppen anzuwerben, schrieb sie in ihrem Kommentar.
"Die Entscheidungsträger sollten prüfen, ob das aktuelle Programmdesign die Anreize der Anbieter ausreichend mit den Bedürfnissen der Versicherten in Einklang bringt", so James.
Im Jahr 2025 entfielen laut dem Gesundheitsanalyseunternehmen KFF fast ein Drittel aller Medicare-Advantage-Tarife auf UnitedHealthcare. Humana, CVS Health und Elevance kamen auf 17 %, 12 % bzw. 7 % der Tarife.



















