Microsoft schränkt die Nutzung von Anthropics Claude Fable 5 für seine Mitarbeiter ein. Grund hierfür sind neue Anforderungen des KI-Startups zur Datenspeicherung, wie das Portal 'The Verge' am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtete.

Anthropic hatte am Dienstag die Markteinführung von Claude Fable 5 bekannt gegeben, einer öffentlichen Version seines Mythos-KI-Modells. Diese ist mit Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet, die eine Verwendung in risikoreichen Bereichen wie der Cybersicherheit untersagen.

Claude Fable 5 gilt als das leistungsfähigste Modell, das Anthropic bisher für eine breitere Nutzung freigegeben hat. Das Unternehmen verweist dabei insbesondere auf die Performance in den Bereichen Software-Engineering und Analytik.

Dem Bericht zufolge hat Microsoft seine Belegschaft darüber informiert, dass die Rechtsabteilungen derzeit die geänderten Datenspeicherungsrichtlinien von Anthropic prüfen.

Die Bedenken konzentrieren sich auf Kundendaten und vertrauliche Informationen. Es ist bislang unklar, ob die Juristen von Microsoft Claude Fable 5 für die interne Nutzung freigeben werden, so der Bericht weiter.

Gemäß der Datenspeicherungsrichtlinie von Anthropic für Modelle der Mythos-Klasse werden eingegebene Prompts und generierte Ergebnisse auf jeder Plattform, auf der die Modelle angeboten werden, für 30 Tage zu Sicherheits- und Vertrauenszwecken gespeichert.

Sollten Eingaben oder Ausgaben von den Sicherheits-Klassifikatoren als Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien eingestuft werden, behält sich Anthropic eine Speicherung von bis zu zwei Jahren vor.

Microsoft und Anthropic reagierten nicht unmittelbar auf Anfragen von Reuters für eine Stellungnahme.

Anthropic gab letzte Woche bekannt, vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang in den USA gestellt zu haben, machte jedoch keine Angaben zu Umfang oder Bedingungen des Angebots.

Zuletzt sammelte das Unternehmen Ende Mai 65 Milliarden Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von 965 Milliarden Dollar ein und setzte sich damit vor den Rivalen OpenAI.