Vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs um künstliche Intelligenz und Rechenleistung wurden die Zahlen von den Marktteilnehmern mit großer Spannung erwartet. Der Konzern aus Redmond macht schließlich allein rund 5 % des S&P 500 und nahezu 8 % des Nasdaq aus.

Die gute Nachricht: Microsoft liefert. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erreichte der Umsatz 242 Mrd. USD, ein Anstieg von 18 % gegenüber dem Vorjahr – eine bemerkenswerte Leistung angesichts der bereits enormen Größe des Unternehmens. Auch das operative Ergebnis überzeugte mit einem Plus von 21 % im gleichen Zeitraum.

Die beiden strategischen Segmente – Unternehmenskunden und Cloud – präsentieren sich in ausgezeichneter Verfassung, wobei insbesondere das Cloud-Geschäft wieder deutlich an Dynamik gewinnt. Das Privatkundensegment, das nur rund ein Zehntel des Konzerns ausmacht, weist stabile Umsätze auf. Gleichzeitig gelingt es, die Margen trotz eines inflationsgeprägten Umfelds – insbesondere bei Speicherpreisen – zu verbessern.

Naturgemäß richtet sich der Blick der Investoren auf die Investitionsausgaben. Hier zeigt sich eine deutliche Beschleunigung: Die Sachinvestitionen steigen um 68 % und wachsen damit nahezu doppelt so schnell wie der operative Cashflow. Dennoch bleibt Microsoft in der Lage, seine Aktionäre umfassend zu bedienen: In den ersten neun Monaten wurden 36 Mrd. USD ausgeschüttet, nach 30 Mrd. USD im Vorjahr.

Dabei steht der Konzern erst am Anfang seines Investitionszyklus. Für das Kalenderjahr 2026 plant Microsoft Investitionen von 190 Mrd. USD – mindestens doppelt so viel wie im Vorjahr und mehr als der freie Cashflow des Geschäftsjahres 2025. Unter den vier großen Hyperscalern – Google, Amazon, Microsoft und Meta – rangiert das Unternehmen damit beim Investitionsvolumen auf dem dritten Platz.

Microsoft, das sich in den vergangenen vier Jahrzehnten bei jeder großen technologischen Umwälzung behauptet hat und nun mit einer vertieften Partnerschaft mit OpenAI in die KI-Ära startet, zeigt sich wenig überraschend äußerst zuversichtlich hinsichtlich der bevorstehenden Marktverschiebungen.

Bereits der Aufstieg des Cloud-Computings vor rund 15 Jahren erwies sich als massiver Wachstumstreiber – auch wenn viele Investoren dies zunächst unterschätzten. Heute betont der Konzern, dass künstliche Intelligenz bereits in einer frühen Phase stärker zur Margenentwicklung beiträgt als das Cloud-Geschäft in seinen Anfangsjahren.

Die Investoren reagieren dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung, was sich in einer jüngsten Normalisierung der Bewertungsmultiplikatoren widerspiegelt – die sich jedoch weiterhin auf einem insgesamt soliden Niveau bewegen.