Der mexikanische Telekommunikationsgigant America Movil meldete am Dienstag für das zweite Quartal 2025 eine Rückkehr in die Gewinnzone und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Ausschlaggebend waren dabei insbesondere Währungsgewinne aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern.

Analysten beobachten die Quartalsergebnisse des Unternehmens genau, um Hinweise auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck in Mexiko, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Region, zu erhalten. Dort konkurrieren unter anderem Branchengrößen wie Walmart und Televisa um neue Abonnenten.

America Movil wies in seinem Bericht auf Währungsgewinne in Höhe von 11 Milliarden Pesos hin - das entspricht der Hälfte des Nettogewinns. Diese Gewinne hätten es dem Unternehmen ermöglicht, seine Finanzierungskosten ,,deutlich" zu senken.

Der Nettogewinn des von der Familie des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim kontrollierten Konzerns stieg im Dreimonatszeitraum bis Juni auf 22,28 Milliarden Pesos (1,19 Milliarden US-Dollar) und damit nach einem Verlust von 1,09 Milliarden Pesos im entsprechenden Vorjahresquartal wieder deutlich an.

Von LSEG befragte Analysten hatten einen Gewinn von 1,13 Milliarden US-Dollar erwartet.

Die Umsatzerlöse des in ganz Lateinamerika und Europa tätigen Unternehmens stiegen um 14 % auf 233,79 Milliarden Pesos beziehungsweise 12,46 Milliarden US-Dollar und lagen damit ebenfalls über der Analystenschätzung von 12 Milliarden US-Dollar.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 11 % auf 92,41 Milliarden Pesos.

Scotiabank-Analysten bezeichneten die Umsätze von America Movil in Mexiko als ,,bemerkenswert widerstandsfähig angesichts einer schwachen Wirtschaft" und des Wettbewerbs. Sie gehen allerdings davon aus, dass Festnetzinternet-Anbieter mit Preissenkungen sowie verbesserten Geschwindigkeiten und Qualitäten reagieren werden.

Der Wettbewerb wird insbesondere durch die Aktivitäten des Einzelhandelsriesen Walmart und dessen Mobilfunkdienst Bait deutlich, der im Vergleich zum Vorquartal 1,7 Millionen neue aktive Nutzer gewinnen konnte. Auch der Breitbanddienst des Medienunternehmens Televisa konnte Tausende neuer Kunden verzeichnen.

Schwächerer Peso, starke Währungsgewinne

America Movil erklärte, dass die in mexikanischen Pesos ausgewiesenen Umsätze zusätzlich durch die Abwertung der Währung gegenüber den meisten anderen Währungen in den operativen Regionen profitierten.

,,Das zweite Quartal war von erheblicher Unsicherheit geprägt, die mit den Zöllen zusammenhängt, welche die US-Regierung auf Warenimporte erheben will", so das Unternehmen.

Infolgedessen habe sich auch der US-Dollar gegenüber den meisten Währungen in den Märkten des Unternehmens abgeschwächt.

America Movil berichtete, dass das Wachstum im Mobilfunkbereich vor allem vom Postpaid-Segment getragen wurde, das im Dreimonatszeitraum bis Juni 2,9 Millionen neue Kunden gewinnen konnte, darunter 1,4 Millionen aus Brasilien.

Die Prepaid-Plattform hingegen verzeichnete einen Nettoverlust von 1,1 Millionen Anschlüssen. Gleichzeitig konnte das Unternehmen 462.000 neue Breitbandanschlüsse gewinnen, davon etwa die Hälfte im Heimatmarkt Mexiko.

Die Analysten von Scotiabank verwiesen zudem auf einen ,,seltenen" Zufluss aus der betrieblichen Altersvorsorge des Konzerns im zweiten Quartal, der ihrer Ansicht nach aufgrund von Spannungen mit den Gewerkschaften über Pläne zur Umwandlung von Pensionsverpflichtungen in Aktien künftig nicht anhalten dürfte.

($1=18,7654 Pesos per Ende Juni)