„Wir brauchen solche Partnerschaften mehr denn je in einer Zeit, in der die Politik zunehmend von großen Mächten bestimmt wird“, sagte Merz zu Beginn seiner dreitägigen Reise und fügte hinzu, das Ziel solcher Allianzen sei es, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu bewahren.
„Unsere Partner teilen vielleicht nicht alle dieselben Werte und Interessen, aber sie teilen die Ansicht, dass wir eine Weltordnung brauchen, in der wir Abkommen vertrauen und einander mit Respekt begegnen“, ergänzte er.
Die Reise, die auf Besuche in Brasilien und Südafrika im vergangenen Jahr sowie Indien im vergangenen Monat folgt, ist Teil einer breiteren deutschen Initiative zur Diversifizierung globaler Allianzen.
„In einem solchen Netzwerk von Partnerschaften reduzieren wir einseitige Abhängigkeiten, mindern Risiken und schaffen gemeinsam neue Chancen zu unserem gegenseitigen Vorteil“, sagte Merz.
Im Golf sagte Merz, er wolle eine vertiefte Zusammenarbeit im Energie- und Rüstungssektor und fügte hinzu, Berlin verfolge einen weniger restriktiven Ansatz bei Rüstungsexporten. Der deutsche Wirtschaftsminister hatte dafür in der vergangenen Woche bereits den Weg bereitet.
KATAR BEREITS EINER DER GRÖßTEN AUSLÄNDISCHEN INVESTOREN DEUTSCHLANDS
Die Beziehungen zu Saudi-Arabien hatten sich nach der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 verschlechtert. Merz sagte, es habe zwar einige Verbesserungen bei den Menschenrechten gegeben, aber es bleibe noch viel zu tun, und er werde dies ansprechen.
Die Golfstaaten, die über große Staatsfonds verfügen, spielen bereits eine Rolle in der deutschen Wirtschaft. Katar ist einer der größten ausländischen Investoren in Deutschland und hält Anteile an Unternehmen wie Volkswagen, dem Energieversorger RWE und der Reederei Hapag-Lloyd.
Merz sagte, er werde auch übergeordnete regionale Themen ansprechen und rief zu mehr Frieden, Stabilität und Zusammenarbeit auf, einschließlich einer Normalisierung mit Israel.
„Eines Tages sollte Israel auch ein willkommener Teil dieser Ordnung sein, kein abgelehnter Fremdkörper“, sagte Merz mit Blick auf das Gleichgewicht, das die Golfstaaten im Umgang mit Israel und den Palästinensern wahren.
Zu Iran sagte Merz, er habe drei Forderungen: Dass Teheran die Gewalt gegen das eigene Volk beendet, sein militärisches Atomprogramm stoppt und destabilisierende Aktivitäten in der Region einstellt.
Deutschland bleibt einer der engsten Verbündeten Israels in Europa, während die Golfstaaten seit dem Gaza-Krieg unterschiedliche Ansätze im Umgang mit Iran verfolgen.



















