Mercedes-Benz-Vorstandschef Ola Källenius erklärte am Freitag gegenüber dem Wall Street Journal, dass der deutsche Automobilhersteller bereit sei, in die Rüstungsproduktion einzusteigen, sofern dies 'geschäftlich sinnvoll' sei. 

o 'Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa sein Verteidigungsprofil schärfen muss', sagte Källenius der Publikation. 'Sollten wir in der Lage sein, dabei eine positive Rolle zu spielen, wären wir dazu bereit.'

o Källenius gab gegenüber dem WSJ an, dass verteidigungsbezogene Aktivitäten im Vergleich zur Automobilproduktion nur einen 'geringen Anteil' am Geschäft ausmachen würden, fügte jedoch hinzu, dass es sich um eine 'wachsende Nische' handeln könnte, die zum Betriebsergebnis beitragen könnte. 'Wir werden also sehen.'

o Mercedes-Benz reagierte außerhalb der Geschäftszeiten nicht unmittelbar auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.

o Deutsche Automobilhersteller sondieren die Rüstungsindustrie zunehmend als potenzielles Wachstumsfeld, da Europa seine Militärausgaben massiv erhöht.

o Im März berichtete die Financial Times, dass Volkswagen in Gesprächen mit dem israelischen Unternehmen Rafael stehe, um sein Werk in Osnabrück von der Pkw-Fertigung auf die Herstellung von Raketenabwehrsystemen umzustellen, wenngleich der deutsche Konzern Pläne zur Waffenproduktion dementierte.

o Anfang dieser Woche gab der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom zur Entwicklung eines Schutzschildes gegen Drohnen bekannt.