Die Anleger halten sich mit Risikoengagements zurück angesichts des anhaltenden Preisverfalls bei Edelmetallen, der am Freitag begann, nachdem Donald Trump Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank für das Ende der Amtszeit von Jerome Powell, die für Mai 2026 vorgesehen ist, nominiert hatte.

Die Anleger, die befürchteten, der künftige Fed-Chef könnte ein Mann im Sinne des amerikanischen Präsidenten sein, halten Kevin Warsh für einen ernstzunehmenden Kandidaten, insbesondere weil er bereits Gouverneur der US-Notenbank war. Infolgedessen hat Gold, das wegen seines Status als sicherer Hafen stark gefragt war, etwas an Attraktivität verloren.

Gleichzeitig hat diese Ernennung den Dollar gegenüber anderen Währungen steigen lassen. Da die Preise für Edelmetalle in Dollar notiert sind, macht ein stärkerer Greenback diese Anlageklasse weniger attraktiv.

Hinzu kommt, dass Edelmetalle wie Gold und Silber einen besonders dynamischen Jahresbeginn mit Zuwächsen von 13,4% bzw. 19,1% im Januar verzeichneten, sodass Gewinnmitnahmen nicht unlogisch erscheinen.

Ein "Shutdown" und Konjunkturdaten stehen an

Die Anleger bleiben zudem vorsichtig angesichts des neuen "Shutdowns", der am Samstag um Mitternacht in Kraft getreten ist. Die Blockade bestimmter US-Behörden mangels Einigung über den Haushalt dürfte jedoch deutlich kürzer ausfallen als die vorherige (43 Tage, der längste der Geschichte). Laut Mike Johnson, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, soll sie am Dienstag enden.

Auf makroökonomischer Ebene ist in Frankreich der S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von 50,7 Punkten im Dezember auf 51,2 im Januar gestiegen, ein Wert, der seit 43 Monaten nicht erreicht wurde.

In Deutschland lag der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Januar bei 49,1, verglichen mit einem Konsens von 48,7 nach 47 im Dezember, wie S&P Global mitteilte. Mit 49,1 Punkten notiert er auf einem Drei-Monats-Hoch. Zwar bleibt der Index damit im Schrumpfungsbereich, doch das Tempo der Kontraktion verlangsamt sich.

Weitere Indikatoren zur Entwicklung des US-Industriesektors werden heute Nachmittag veröffentlicht.

Am Devisenmarkt ist der Euro gegenüber dem Greenback nahezu unverändert (+0,05%) und wird bei 1,1852 Dollar gehandelt.

Bei den Rohstoffen ist der Ölpreis deutlich rückläufig, was insbesondere die Aktie von TotalEnergies belastet (-2,22%).

Unter den weiteren Werten bricht Eramet um mehr als 7% ein, nachdem der Verwaltungsrat beschlossen hat, das Mandat des Geschäftsführers wegen Meinungsverschiedenheiten über die Unternehmensführung nach weniger als einem Jahr im Amt zu beenden.

Im Gegensatz dazu erholt sich Capgemini und gewinnt 1,50%, nachdem das Unternehmen angekündigt hat, seine Tochtergesellschaft CGS (Capgemini Government Solutions), die einen Vertrag mit der US-Einwanderungsbehörde ICE hat, verkaufen zu wollen.