Die europäischen Börsen starten zögerlich in die Woche: Während in London und Mailand kaum Bewegung zu verzeichnen ist, verliert Paris 0,1 %, Frankfurt hingegen legt um 0,2 % zu. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht die anstehende Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank (FOMC), die als das wichtigste Ereignis der Woche gilt.
,,Die Fed dürfte in der kommenden Woche eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen, dabei jedoch Vorsicht signalisieren und einen langsameren Zinssenkungspfad andeuten, als es die Märkte derzeit erwarten", prognostizierte die Société Générale am Freitag.
,,Der von der Fed am stärksten beachtete Inflationsindikator, der sogenannte ,core PCE', lag mit 2,8 % unter den Erwartungen und damit deutlich unter der Prognose der FOMC-Mitglieder für Ende 2025 (3,1 %)", hob CPRAM hervor.
,,Dies spricht klar für eine Zinssenkung im Dezember sowie für eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus im Jahr 2026, insbesondere angesichts der schwachen Konsumzahlen", ergänzte die Investmentgesellschaft.
Im Bereich der Makrodaten werden Anleger in dieser Woche unter anderem die US-Handelsbilanz, die britische Industrieproduktion sowie die Inflationsdaten aus Deutschland im Blick behalten.
Bei den Unternehmenszahlen stehen insbesondere Oracle und Broadcom im Fokus - zwei US-amerikanische Schwergewichte, die stark im Bereich Künstliche Intelligenz engagiert sind.
In Europa wurde heute Morgen einzig die deutsche Industrieproduktion veröffentlicht: Sie stieg im Oktober gegenüber dem Vormonat um 1,8 %, nachdem sie im September bereits um 1,1 % zugelegt hatte (revidiert von zunächst geschätzten 1,3 %).
,,Das gleicht jedoch lediglich den deutlichen Rückgang im Sommer aus", relativiert die Commerzbank. ,,Nach mehreren Jahren des Rückgangs scheint sich der Sektor zwar stabilisiert zu haben, Anzeichen für eine Erholung gibt es jedoch noch nicht."
Bei den Einzelwerten gewinnt Ageas in Brüssel 2 % hinzu, nachdem der belgische Versicherer mit BNP Paribas eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet hat. Ageas übernimmt damit den 25 %-Anteil von BNP Paribas an AG Insurance und wird somit Alleineigentümer.
Galderma steigt in Zürich um über 1 %, nachdem L'Oréal eine Vereinbarung mit einem von EQT geführten Konsortium getroffen hat, um einen zusätzlichen 10 %-Anteil an dem auf Dermatologie spezialisierten Unternehmen zu erwerben.
Salzgitter legt in Frankfurt um 5 % zu. Die Aktie profitiert von einer Hochstufung durch UBS von ,,Neutral" auf ,,Kaufen" und einem angehobenen Kursziel von 22,5 auf 50 Euro. Der Broker sieht für Salzgitter Vorteile durch eine erwartete Verbesserung der Stahlpreise in der EU im Jahr 2026.



















