KI gewinnt an Bedeutung … aber nicht die Beschäftigung

Während die Märkte KI feiern, erleben die Beschäftigten der Tech-Branche eine ganz andere Stimmung.

US-Technologiekonzerne haben im ersten Quartal 2026 mehr als 81.000 Stellenstreichungen angekündigt – der höchste Stand seit mehreren Jahren.

Oracle, Amazon, Meta, Microsoft und auch Snap bauen ihre Belegschaften ab, obwohl ihre Börsenbewertungen weiterhin sehr hoch bleiben.

Der Kontrast ist auffällig. Die Unternehmen werden immer wertvoller, die Investitionen explodieren – doch die Mitarbeiterzahlen sinken. KI wird als Werkzeug gesehen, das Produktivität und Margen steigern kann. Und für viele Unternehmen beginnt die Verbesserung der Margen zunächst mit einer Senkung der Personalkosten.

Quelle: Layoffs.fyi, Wall Street Journal

Die Amerikaner halten sich besser als erwartet

Der Ölpreis steigt weiter und die Spritpreise in den USA bleiben hoch. Gemessen an den Löhnen sind die Kosten für Benzin jedoch weiterhin tragbar. Die Belastung durch Kraftstoffkosten liegt weit entfernt von den „Maximalschmerz“-Niveaus früherer großer Ölkrisen.

Der Preis für eine Gallone Benzin im Verhältnis zu den US-Löhnen liegt weiterhin nahe am historischen Durchschnitt und deutlich unter den Spitzenwerten der 1980er-Jahre oder der starken Spannungen in den 2000er-Jahren.

Das ist ein wichtiger Punkt für die Märkte. Solange Benzin die Haushaltsbudgets nicht übermäßig belastet, kann der US-Konsum trotz der Spannungen am Energiemarkt robust bleiben.

Quelle: Janus Henderson

Gewinne stärker als die Sorgen

Die Berichtssaison für die Quartalszahlen läuft auf Hochtouren. Die vergangene Woche markierte den Höhepunkt mit den Veröffentlichungen von 181 Unternehmen aus dem S&P 500, darunter mehrere Tech-Schwergewichte wie Apple, Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet. Und trotz der Sorgen rund um geopolitische Spannungen bleiben die Ergebnisse insgesamt solide.

Laut FactSet haben 84 % der Unternehmen im S&P 500, die bereits Zahlen vorgelegt haben, die Gewinnerwartungen übertroffen. Das Gewinnwachstum des S&P 500 für das erste Quartal 2026 wird inzwischen bei rund 27 % erwartet, nachdem Ende März lediglich 13 % prognostiziert worden waren. Sollte sich dieser Wert bestätigen, wäre es das stärkste Gewinnwachstum seit Ende 2021 und das sechste Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.

Quelle: FactSet