Frankfurt, 15. Jan (Reuters) - Der Münchner Lkw-Bauer MAN will bis Ende 2030 eine Milliarde Euro in deutsche Standorte investieren und dort zugleich die Kosten senken.

Mit der Gewerkschaft IG Metall und dem Betriebsrat sei dazu ein Eckpunktepapier vereinbart worden, teilte das zur Volkswagen-Tochter Traton gehörende Unternehmen am Donnerstag mit. Danach bleibt es bei dem Plan, innerhalb der nächsten zehn Jahre 2300 Stellen in München, Nürnberg und Salzgitter abzubauen. Doch dies soll über altersbedingtes Ausscheiden von Beschäftigten und Fluktuation erreicht werden. Eine Beschäftigungssicherung mit dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt bis Ende 2035 und kann, abhängig von der Geschäftsentwicklung, bis 2040 verlängert werden.

"So sichern wir die Arbeitsplätze der aktuell bei uns Beschäftigten auch in der Zukunft", erklärte MAN-Chef Alexander Vlaskamp. Mit dem Programm "MAN2030+" begegne das Unternehmen schärferem Wettbewerb, veränderten Marktbedingungen sowie Belastungen durch den Gesetzgeber wie schärfere CO2-Vorgaben. Für den Arbeitgeber teure Abfindungsprogramme sollen vermieden werden. Aus Sicht der Arbeitnehmer sei es der bestmögliche Kompromiss, ergänzte Betriebsratschefin Karina Schur. Es gebe keine tariflichen Verschlechterungen, sondern auch künftig übertarifliche Leistungen und Erfolgsbeteiligungen für die Beschäftigten. "Darüber hinaus sichern wir langfristig den Erhalt der deutschen Standorte."

Die Kosten sollen bis 2028 um rund 900 Millionen Euro gesenkt werden, vor allem durch Einsparungen bei Material- und Sachkosten, aber auch durch nicht konkret genannte Sparbeiträge der Belegschaft. Die IG Metall hatte im November gewarnt, etwa 3000 Stellen sollten bei MAN in Deutschland binnen zehn Jahren wegfallen und geplante Produktionsverlagerungen nach Osteuropa kritisiert. Das Unternehmen erklärte, es werde auch künftig Einstellungen geben, so dass MAN bis Mitte der 2030er-Jahre mit dann etwa 13.000 Beschäftigten ein großer Arbeitgeber bleibe.

An den Investitionen für das neue Baukastensystem Traton Modular System (TMS) in Osteuropa hält MAN fest. Eine weitere Batteriefabrik der zu Volkswagen gehörenden Gruppe soll ebenfalls im kostengünstigeren Osten angesiedelt werden. "Es ist bedauerlich, dass MAN im gesamten Verhandlungsprozess nicht bereit war, die Investitionsentscheidungen für Osteuropa infrage zu stellen", sagte Sibylle Wankel, Chefin der IG Metall München. "Und das trotz der umfangreichen Arbeitnehmerbeiträge, die wir auf den Tisch gelegt haben."

(Bericht von Ilona Wissenbach und Rachel More, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)