US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass der FDA-Chef seinen Posten räumen werde. Vorausgegangen war wochenlanger Druck einflussreicher Republikaner und Abtreibungsgegner aufgrund einer Reihe kontroverser Entscheidungen der Behörde bei Medikamentenzulassungen.
Der Nasdaq Biotechnology Index schloss am Dienstag mit einem Plus von 1%.
Trump gab zudem bekannt, dass der stellvertretende Kommissar für Lebensmittel, Kyle Diamantas, die Behörde kommissarisch leiten wird.
Reuters berichtete am Freitag, dass unter anderem der ehemalige FDA-Kommissar Steve Hahn sowie der ehemalige kommissarische Leiter und Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Brett Giroir, für die dauerhafte Besetzung in Betracht gezogen werden.
'Sollte der nächste Kommissar eher als Ideologe denn als Technokrat wahrgenommen werden, könnte sich die Volatilität im Biotech-Sektor erheblich ausweiten', sagte Patrice Mesnier, Gründungspartner der Investmentfirma Oldenburg Capital Partners.
'Der Markt wird weniger auf den einzelnen Namen reagieren als vielmehr darauf, was die Ernennung über die künftige Ausrichtung der FDA aussagt', fügte er hinzu.
KRITIK AN ZULASSUNGSENTSCHEIDUNGEN
Makary stand wegen seines Vorgehens in der Kritik, einschließlich öffentlicher Meinungsverschiedenheiten mit Arzneimittelherstellern wie Replimune, Sarepta und Moderna über die Prüfung potenziell lebensrettender Medikamente und Impfstoffe dieser Unternehmen.
Der Abgang dürfte laut Analysten von Truist zunächst eine 'positive Reflexreaktion' bei den Anlegern auslösen, da der FDA-Chef nicht als 'industriefreundlich' galt, nachdem er den klinischen Datensatz kritisiert hatte, den der niederländische Gentherapie-Entwickler uniQure für sein Medikament gegen Huntington-Krankheit eingereicht hatte.
Die Analysten merkten an, dass der Rücktritt die ohnehin verunsicherte FDA weiter belastet, da die beiden wichtigsten Positionen für die Arzneimittelaufsicht derzeit nur kommissarisch besetzt sind und neu besetzt werden müssen.
Ein anhaltendes Führungsvakuum würde wahrscheinlich 'mehr Verzögerungen und Unberechenbarkeit' bei der FDA bedeuten und die Fähigkeit der Behörde einschränken, Leitlinien vorzugeben und glaubwürdige politische Zusagen zu machen, so die Truist-Analysten.
MANGEL AN STABILER FÜHRUNG
Brian Abrahams, Analyst bei RBC Capital Markets, sagte, dass der anhaltende Mangel an einer stabilen Führung die 'Investierbarkeit des gesamten Biopharma-Ökosystems' infrage stelle.
Makarys Abgang könnte Unternehmen wie uniQure und Replimune zugutekommen, die sich in öffentlichen Auseinandersetzungen mit der Behörde befanden, doch erneuere er auch die Unsicherheit in einer Zeit, in der sich Biopharma-Werte relativ gut entwickelt hatten, so Abrahams.
Die Aktien von uniQure stiegen um 5%, während die Papiere von Replimune zum Börsenschluss am Dienstag um fast 10% zulegten. Replimune steuert auf den zweiten Gewinntag in Folge zu, da die Aktie im Mittwochs-Handel um etwa 28% stieg.
Abrahams fügte hinzu, dass Makary zumindest eine nominelle Stabilität an der Spitze der Behörde gewährleistet habe, indem er einige industriefreundliche Programme zur Beschleunigung der Medikamentenentwicklung förderte und ein weitgehend angemessenes Gleichgewicht zwischen zukunftsorientiertem Handeln und wissenschaftlicher Fundiertheit fand.


















