Trotz der anhaltenden Unsicherheiten und des bevorstehenden Ablaufs der Waffenruhe am morgigen Abend (US-Zeit) verläuft der Handel in einer entspannteren Atmosphäre. Die Volatilität bleibt sowohl an den europäischen Märkten als auch an der Wall Street, wo die Futures leichte Gewinne verzeichnen, begrenzt.
Die Zuversicht bezüglich möglicher Verhandlungen spiegelt sich auch im Rückgang der Rohölpreise wider, deren Bewegungen mittlerweile zum massgeblichen Taktgeber für die Märkte geworden sind.
Gegen 12:25 Uhr legt der Ftse Mib um 0,34% zu. Das Handelsvolumen an der Piazza Affari ist mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro moderat.
Einzelwerte im Fokus:
** An der Spitze des Ftse Mib sticht AVIO mit einem Plus von 4,5% hervor, gestützt durch positive Analystenkommentare von Jefferies. Der Broker zählt den Titel zu den attraktivsten Werten im europäischen Verteidigungs- und Raumfahrtsektor, insbesondere vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts und des veränderten geopolitischen Umfelds. Das Kursziel wurde von 41,5 auf 43,50 Euro angehoben, die Empfehlung lautet weiterhin "buy".
** Im Gegensatz dazu hat Jefferies LEONARDO von "buy" auf "hold" herabgestuft und das Kursziel nach der starken Performance der Aktie von 68 auf 62 Euro gesenkt. Der Titel verliert 2,4%.
** Der Optimismus hinsichtlich einer Konfliktlösung begünstigt zaghafte Käufe bei zyklischen Werten. Im Automobilsektor legt STELLANTIS um 2% zu, während im Luxussegment, das empfindlich auf Spannungen im Nahen Osten reagiert, MONCLER um 1,2% und FERRAGAMO um 1,8% gewinnen.
** Die sinkenden Ölnotierungen belasten den Energiesektor. SAIPEM gibt um über 2% nach, während sich ENI knapp über der Parität behauptet. Stütze bieten hier gestern erneut aufgekommene Meldungen über laufende Verhandlungen mit der venezolanischen Regierung (gemeinsam mit Repsol), um die Exportgenehmigung für LNG aus dem Feld Cardon IV zu erhalten.
** Versorger zeigen sich fester: ENEL und HERA steigen um rund 1%, SNAM und TERNA legen um 0,5% zu.
** Unter den Bankenwerten klettert MPS um 1,4%, während der Branchenindex nur ein leichtes Plus von 0,1% verzeichnet. Goldman Sachs hat das Kursziel für das Sieneser Institut von 10,1 auf 11,6 Euro angehoben.
** UNICREDIT zeigt sich kaum verändert. Analysten bewerten derzeit die Szenarien und Finanzprognosen, die CEO Andrea Orcel gestern zur Untermauerung der Commerzbank-Transaktion dargelegt hat. Equita vertritt weiterhin die Ansicht, dass angesichts der Differenzen mit dem Management der deutschen Bank und des politischen Widerstands das wahrscheinlichste Szenario darin besteht, dass UniCredit die 30%-Schwelle überschreitet, ohne jedoch die Kontrolle zu übernehmen.
** In einer ansonsten impulsarmen Sitzung ist bei den Nebenwerten der Sprung der Agrarindustriegruppe BF um rund 12% erwähnenswert. Die Aktie nähert sich dem Preis des Übernahmeangebots von 5 Euro an, das gemeinsam von den Aktionären Arum (Holding von CEO Federico Vecchioni) und Dompé Holding lanciert wurde, jedoch ohne das Ziel eines Delistings.
(Andrea Mandalà, Redaktion Claudia Cristoferi)

















