An den Märkten herrscht nach der jüngsten Eskalation der Spannungen im Nahen Osten Unsicherheit. Die Anleger hoffen jedoch, dass die neuen US-Angriffe gegen den Iran infolge des Abschusses eines Apache-Hubschraubers nahe der Straße von Hormus ein mögliches Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges nicht gefährden.
Trotz dieser Angriffe notieren die Brent-Preise weiterhin deutlich unter 100 Dollar pro Barrel.
Auf makroökonomischer Ebene richten sich die Blicke heute Nachmittag auf die US-Inflationsdaten, um die Auswirkungen des Krieges zu bewerten. Laut einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen dürften die Verbraucherpreise im Mai so stark gestiegen sein wie seit drei Jahren nicht mehr.
Dieses Ergebnis könnte die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve verstärken, insbesondere nach den besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten für Mai, die vergangene Woche veröffentlicht wurden.
Um 9:40 Uhr legt der FTSE MIB um 0,74% zu.
Der Bankenindex steigt um 0,9%. Die Protagonisten der jüngsten, am vergangenen Sonntag angekündigten Transaktion bewegen sich heute etwas ruhiger: INTESA, die ein Übernahmeangebot für MPS angekündigt hat, startete schwach und notiert nun 0,3% im Plus. Die Aktie der Bank aus Siena setzt ihren Höhenflug fort und springt um rund 1,5% auf ein neues Hoch seit Juli 2022 bei 10,65 Euro. Auch die Tochtergesellschaft MEDIOBANCA legt um 1,2% zu und erreicht mit 25,54 Euro ein neues Allzeithoch.
Gut behauptet zeigt sich auch UNIPOL mit einem Plus von 0,8% nach der jüngsten Rally, während die Beteiligung BPER unverändert notiert. Hier wägt der Markt die erwarteten Vorteile aus der MPS-Transaktion ab.
Gefragt sind zudem BANCO BPM (+1%) und UNICREDIT (+1,4%).
Im Blue-Chip-Index macht STM einen Sprung um 2,2%. Auslöser ist eine Hochstufung durch BofA von 'Neutral' auf 'Buy' sowie eine Anhebung des Kursziels auf 86 Euro. Die Analysten prognostizieren eine signifikante Gewinnwende bei dem deutsch-französischen Chiphersteller.
Schließlich setzt CEMENTIR den Kursanstieg fort und legt um 4% zu, nachdem die Aktie bereits gestern um 4,7% gestiegen war. Hintergrund ist die Meldung, dass die dänische Tochtergesellschaft Aalborg Portland mit der dänischen Energieagentur eine Vereinbarung über 2,2 Milliarden Euro für Subventionen im Zusammenhang mit einem CO2-Abscheidungs- und Speicherungsprojekt (CCS) unterzeichnet hat.
(Giancarlo Navach, Redaktion Stefano Bernabei)

















