Piazza Affari macht anfängliche Gewinnmitnahmen wett und notiert nahezu unverändert in einem Umfeld anhaltender Unsicherheit bezüglich der Beilegung des US-Iran-Konflikts.

Die erneute bewaffnete Auseinandersetzung zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften am gestrigen Nachmittag dämpfte die Hoffnungen auf eine kurzfristige diplomatische Lösung und führte am Vormittag zu einem Rücksetzer. Dennoch behalten die Anleger die Nerven und setzen weiterhin auf ein Szenario, das ein Ende des Konflikts vorsieht.

'Es fällt schwer, gegen die Neigung des Marktes zu argumentieren, die aktuelle Phase als den 'Anfang vom Ende' des Konflikts zu betrachten und somit bei allen Makro-Assets ein progressives Abklingen der Spannungen einzupreisen', so die Strategen von Mps in ihrem Tagesbericht.

Unterstützend für den Markt wirken zudem eine starke US-Berichtssaison sowie die begrenzten Auswirkungen des Ölpreisschocks auf das US-Wachstum. In diesem Zusammenhang werden die am frühen Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) unter genauer Beobachtung stehen.

In Erwartung dieser Daten notieren die Wall-Street-Futures nach der gestrigen Schwächephase leicht im Plus.

Gegen 12:45 Uhr steigt der FTSE Mib-Index um 0,13 %, begünstigt durch die Erholung der Bankentitel sowie Kursgewinne bei Energiewerten und einigen Industriewerten.

Das Handelsvolumen beläuft sich auf 1,2 Milliarden Euro.

Herausragende Titel:

** Im FTSE Mib sticht PRYSMIAN mit einem Plus von 3,6 % hervor, nachdem die Deutsche Bank die Empfehlung auf 'Buy' mit einem Kursziel von 167 Euro angehoben hat. Dabei wurde auf ein sehr günstiges Umfeld verwiesen, das durch den Preissprung bei Glasfasern und die starke Nachfrage im Zusammenhang mit Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz getrieben wird.

** POSTE steigt um 2,1 % und bestätigt damit die gute Performance von gestern, als das Unternehmen seine Jahresprognosen infolge über den Erwartungen liegender Quartalsergebnisse nach oben korrigierte.

** Kursgewinne verzeichnen auch die Ölwerte, während der Brent-Preis sein Tempo drosselt, aber mit über 100 Dollar pro Barrel leicht im Plus bleibt. ENI legt um 1,9 % zu, TENARIS um 1,6 %, nachdem Barclays das Kursziel von 33 auf 34,5 Euro angehoben hat.

** Unter den Banken zeigt sich BPER weiterhin schwach und verliert 1,5 %. Damit setzt sich die Korrektur fort, die gestern durch einen Quartalsbericht ohne Überraschungen und eine vorsichtige Guidance ausgelöst wurde, nachdem die Aktie zuvor Rekordhöchststände erreicht hatte. Infolge der langen Outperformance des Titels senkte Kepler Cheuvreux die Empfehlung für das Institut aus der Emilia-Romagna von 'Buy' auf 'Hold' und reduzierte das Kursziel von 13,9 auf 13,3 Euro.

** INTESA gibt um 2 % nach und weitet die Verluste nach den soeben veröffentlichten Quartalsergebnissen aus.

** Verkäufe prägen den Verteidigungssektor: FINCANTIERI verliert 2,3 %, LEONARDO 2,4 % und AVIO 1,17 %.

** Im Automobilsektor gewinnt STELLANTIS 1,5 % nach der Ankündigung einer erweiterten Zusammenarbeit mit Leapmotor, während BREMBO um 9,6 % nach oben springt. Damit setzt die Aktie ihre gestern begonnene Rallye fort, die auf einem besser als erwartet ausgefallenen Quartalsbericht und der Anhebung der Guidance für 2026 basiert; Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel hier von 9 auf 10 Euro.

(Andrea Mandalà, Redaktion Antonella Cinelli)