DOW JONES--Die US-Börsen bauen im Laufe des Freitagshandels ihre Kursverluste aus. Ein überraschend stark ausgefallener Arbeitsmarktbericht (Payrolls) für Mai schürt Zinserhöhungssorgen, wie Beobachter anmerken. Im vergangenen Monat wurden mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen wie von Volkswirten im Konsens erwartet. Zudem wurden die Daten für die beiden Vormonate nach oben revidiert. "Somit liefert der jüngste Arbeitsmarktbericht den Tauben im Offenmarktausschuss der Federal Reserve keine Vorlage, um für Leitzinssenkungen plädieren zu können", kommentiert Dirk Chlench, Senior Economist bei der LBBW. "Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank in den kommenden Quartalen ihre Schlüsselzinsen unverändert lassen, im Zweifel sind Zinsanhebungen wahrscheinlicher", fügt er hinzu.

Der Dow-Jones-Index verliert gegen Mittag (Ortszeit New York) 0,7 Prozent auf 51.184 Punkte. Der S&P-500 gibt um 1,6 Prozent nach, der Nasdaq-Composite fällt um 2,6 Prozent. Unter den Anlegern scheint sich die Neigung zu verstärken, vor allem im Technologiesektor Gewinne mitzunehmen, zumal nachdem Broadcom am Mittwoch mit dem Ausblick enttäuscht hatte. Zum anderen werden der anstehende Börsengang von SpaceX und die Kapitalerhöhung von Meta in naher Zukunft in Summe wohl bis zu 160 Milliarden Dollar aufsaugen. Das Geld dürfte zum Teil auch durch den Verkauf anderer Technologieaktien aus den Portfolios aufgebracht werden müssen. Und nicht zuletzt reagiert der Sektor stärker auf steigende Marktzinsen, weil ein Großteil der Bewertung von Technologieunternehmen auf zukünftig erwarteten Gewinnen basiert. Steigende Zinsen verringern den heutigen Barwert dieser zukünftigen Erträge deutlich.

BMI, eine Einheit von Fitch Solutions, stellt sich mit Blick auf die geplanten Börsengänge von Anthropic, OpenAI und SpaceX dazu passend die Frage, ob der Markt so viele Mega-Listings in kurzer Zeit verkraften könne.

Am Anleihemarkt ziehen die Renditen nach den starken Arbeitsmarktdaten deutlicher an. Die Zehnjahresrendite legt um 6 Basispunkte auf 4,54 Prozent zu. Auch mit dem Dollar geht es nach oben. Der Dollarindex steigt um 0,6 Prozent. Der Goldpreis fällt dagegen angesicht der steigenden Marktzinsen und der Aufwertung des Dollar. Der Kurs des zinslos gehaltenen Edelmetalls gibt um 3,2 Prozent auf 4.331 Dollar je Feinunze nach. Am Ölmarkt fällt der Preis für das Barrel Brent um 1,8 Prozent auf 93,36 Dollar.

Einen Kursrutsch um 8,6 Prozent verzeichnet die Aktie von Lululemon Athletica, nachdem der Hersteller von Freizeitbekleidung seine Jahresprognose gesenkt hat. Docusign büßen 6,3 Prozent ein. Hier enttäuscht den Analysten von Jefferies zufolge, dass bei dem Spezialisten für elektronische Signaturen die Wachstumsprognose für die jährlich wiederkehrenden Umsätze für 2027 weiterhin zwischen 8,25 und 8,75 Prozent liegt. Einige Anleger dürfte auch das Fehlen eines Zeitplans für die Rückkehr zu einem zweistelligen Umsatzwachstum enttäuschen.

Broadcom geben nach dem fast 13-prozentigen Rücksetzer vom Vortag um weitere 6 Prozent nach. Andere Branchenwerte mit KI-Bezug wie Lumentum, Nvidia, Intel, Marvell Technology, Micron Technology, Sandisk oder AMD verzeichnen ebenfalls Einbußen, sie liegen zwischen etwa 4,1 und 9 Prozent.

Almonty Industries verbilligen sich um 19,4 Prozent, belastet von der Ankündigung des Bergbauunternehmens, gewinnverwässernde wandelbare vorrangige Schuldverschreibungen zu begeben. Guidewire Software ist mit dem Ausblick für den jährlich wiederkehrenden Umsatz hinter den Erwartungen der Wall Street zurückgeblieben. Die Aktie fällt um rund 10 Prozent.


=== 
INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           51.184,18   -0,7    -377,75       51.561,93 
S&P-500         7.466,28   -1,6    -118,03        7.584,31 
NASDAQ Comp    26.140,19   -2,6    -690,77       26.830,96 
NASDAQ 100     29.529,48   -2,9    -878,33       30.407,81 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             4,17  +0,12       4,18            4,03 
5 Jahre             4,29  +0,10       4,30            4,16 
10 Jahre            4,54  +0,06       4,55            4,46 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:10 
EUR/USD           1,1528   -0,7    -0,0081          1,1609     1,1602 
EUR/JPY           184,76   -0,6    -1,0200          185,78   185,6400 
EUR/CHF           0,9171   +0,0     0,0004          0,9167     0,9173 
EUR/GBP           0,8634   -0,1    -0,0012          0,8646     0,8640 
USD/JPY           160,27   +0,2     0,2600          160,01   159,9900 
GBP/USD           1,3348   -0,5    -0,0072           1,342     1,3426 
USD/CNY           6,7655   -0,1    -0,0080          6,7735     6,7692 
USD/CNH           6,7889   +0,2     0,0123          6,7766     6,7765 
AUS/USD           0,7054   -1,1    -0,0079          0,7133     0,7139 
Bitcoin/USD    61.251,29   -3,7  -2.337,28       63.588,57  66.504,92 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          89,96   -3,3      -3,08           93,04 
Brent/ICE          93,36   -1,8      -1,67           95,03 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.330,81   -3,2    -143,08        4.473,89 
Silber             69,00   -6,6      -4,87           73,87 
Platin          1.795,99   -5,5    -104,26        1.900,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

(END) Dow Jones Newswires

June 05, 2026 12:30 ET (16:30 GMT)