Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Nach den Rückgängen der US-Indizes am Montag, deutet sich für den Start am Dienstag eine Erholung an, obgleich die Lage im Nahost-Konflikt weiter eher unübersichtlich ist. Dazu machen die Ölpreise kaum Anstalten, von den stark erhöhten Niveaus zurückzukommen angesichts der weiter weitgehend blockierten Straße von Hormus. Zwar ist der Brent-Ölpreis wieder etwas gefallen auf unter 113 Dollar, er liegt aber immer noch höher als vor den gestrigen Gefechten, die Ängste schürten, der Konflikt könnte sich nach Wochen relativer Ruhe wieder verschärfen.

Sowohl die USA wie der Iran hatten am Montag militärische Gewalt eingesetzt, allerdings verzichtete US-Präsident Donald Trump darauf, Teheran einen Waffenstillstandsbruch vorzuwerfen.

Als Treiber am US-Aktienmarkt fungieren laut Marktteilnehmern vor allem die Gewinne der Unternehmen. Für Mike Wilson von Morgan Stanley sind diese derzeit wichtiger als der Ölpreis oder der Zinstrend. Michael Brown von Pepperstone bemerkt, solange das Weiße Haus und Teheran Friedensgespräche führten, "sollte das ausreichen, um die Risikobereitschaft zu stützen".

Für etwas Entspannung sorgen ganz leicht sinkende Renditen am Anleihemarkt, im Zehnjahresbereich geht es um 1 Basispunkt auf 4,44 Prozent nach unten. Am Vortag waren die Renditen stärker gestiegen, angetrieben von Spekulationen über einen steigenden Finanzierungsbedarf im Vorfeld der am Mittwoch anstehenden entsprechenden Mitteilung des US-Finanzministeriums. Hintergrund sind die Kosten des Kriegs gegen den Iran, dazu kommen mögliche Rückforderungen von Trump'schen Importzöllen, die das Oberste US-Gericht inzwischen als rechtswidrig deklariert hat.

Auf Konjunkturseite stehen im Tagesverlauf noch diverse Daten auf dem Kalender, die für Impulse sorgen könnten - unter anderem nach dem Börsenstart der ISM-Index für den Dienstleistungssektor und Daten über offene Stellen (Jolts).

Auf Unternehmensseite hat Palantir Technologies den Umsatz um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar gesteigert. Das ist der größte jährliche Zuwachs und liegt über den Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn vervierfachte sich auf 876 Millionen Dollar, dazu hob Palantir die Umsatzprognose an. Für die Aktie geht es vorbörslich dennoch um knapp 3 Prozent nach unten. Die hohe Bewertung bleibe trotz starker Umsätze ein Anlass zur Sorge, so die Analysten von Jefferies. Selbst wenn die ehrgeizigen Umsatzziele im Jahr 2027 erreicht würden, sehe die Aktie überbewertet aus. Palantir verkauft Software zur Zentralisierung, Verwaltung und Analyse großer Datenmengen und hilft damit Regierungsbehörden und Privatunternehmen, Erkenntnisse aus unterschiedlichen Datenbanken zu gewinnen. Palantir ist damit zu einem integralen Bestandteil der Kriegsplanungs-, Zielerfassungs- und Back-Office-Funktionen des US-Verteidigungsministeriums geworden.

Intel werden gut 3 Prozent höher gesehen. Treiber ist hier ein Bloomberg-Bericht, wonach Apple Sondierungsgespräche mit Intel und Samsung Electronics über die Produktion von Hauptprozessoren für seine Geräte führen soll. Hintergrund ist laut Informanten, das Bestreben von Apple, sich über den langjährigen Partner TSMC hinaus zu diversifizieren. Apple tendieren knapp behauptet.

Der Halbleiterhersteller ON Semiconductor verringerte zwar den Verlust, schrieb aber weiter rote Zahlen. Der Umsatz stieg, angetrieben durch die Nachfrage von Erbauern von KI-Datenzentren. ON sieht die zyklische Talsohle nun hinter sich. Auf Nasdaq.com fällt der Kurs um gut 4 Prozent. Marktteilnehmer vermuten Gewinnmitnahmen. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn fast 90 Prozent im Plus.

Fidelity National Information legen um knapp 5 Prozent zu, nachdem das Unternehmen eine Partnerschaft mit Anthropic zur Entwicklung von KI-Tools zur Verbrechensbekämpfung für Banken angekündigt hat.

Pinterest schießen vorbörslich um 17 Prozent nach oben. Das Unternehmen erzielte im ersten Quartal ein zweistelliges Umsatzwachstum sowie einen Anstieg der monatlichen Nutzerzahlen. Auch die Ergebnisse und der Ausblick des Social-Media- und Bild-Sharing-Unternehmens übertreffen die Schätzungen der Wall Street.

Die Medienholding IAC verzeichnete einen geringeren Umsatz, belastet durch Rückgänge im Suchmaschinengeschäft und bei den Printverkäufen von People. Der Kurs fällt um knapp 8 Prozent.


US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,94  -0,02       3,96            3,93 
5 Jahre             4,08  -0,01       4,09            4,06 
10 Jahre            4,44  -0,01       4,44            4,42 
 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 13:50 
EUR/USD           1,1688   -0,0    -0,0002          1,1690     1,1695 
EUR/JPY           184,42   +0,3     0,6100          183,81   183,8300 
EUR/CHF            0,916   -0,1    -0,0005          0,9165     0,9174 
EUR/GBP           0,8631   -0,1    -0,0008          0,8639     0,8636 
USD/JPY           157,75   +0,3     0,5300          157,22   157,1400 
GBP/USD           1,3539   +0,1     0,0008          1,3531     1,3540 
USD/CNY             6,83   +0,0     0,0027          6,8300     6,8300 
USD/CNH           6,8295   -0,0    -0,0009          6,8304     6,8278 
AUS/USD           0,7172   +0,1     0,0005          0,7167     0,7176 
Bitcoin/USD    80.958,86   +1,3   1.027,66       79.931,20  78.806,24 
 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         103,87   -2,4      -2,55          106,42 
Brent/ICE         112,71   -1,5      -1,73          114,44 
 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.560,98   +0,9      40,58        4.520,40 
Silber             73,64   +1,3       0,93           72,72 
Platin          1.980,25   +1,8      35,33        1.944,92 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 05, 2026 08:09 ET (12:09 GMT)