Ein Ausblick auf den bevorstehenden Handelstag an den europäischen und globalen Märkten von Rae Wee

Die Marktstimmung blieb am Dienstag fragil, selbst nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, er habe einen geplanten Angriff gegen den Iran vorerst ausgesetzt und es bestehe nun eine 'sehr gute Chance' auf eine Einigung zur Begrenzung des Teheraner Atomprogramms.

Dies löste einen Rückgang der Ölpreise aus, wenngleich diese mit rund 110 Dollar pro Barrel weiterhin mehr als 50% über dem Niveau vor Ausbruch des Nahostkriegs notieren.

An den Aktienmärkten herrschte gedrückte Stimmung: Asiatische Titel gaben nach, US-Futures büßten anfängliche Gewinne ein, während europäische Terminkontrakte nur geringfügig höher tendierten.

Südkoreas hochfliegender Kospi-Index fiel um mehr als 4%, was Analysten auf Gewinnmitnahmen zurückführten.

Vieles wird von den Ergebnissen des KI-Favoriten Nvidia am Mittwoch abhängen, wobei die Erwartungen an das wertvollste Unternehmen der Welt astronomisch hoch sind.

Zuvor stehen am späteren Dienstag die britischen Arbeitsmarktdaten auf der Agenda.

Da der Iran-Krieg nun fast den dritten Monat andauert, wächst bei den Anlegern die Sorge, dass der Konflikt einen dauerhaften Inflationsschock auslösen könnte. Die Renditen von Staatsanleihen kletterten auf Zehnjahreshochstände und drohen die Kaufkraft von Regierungen, Unternehmen und Haushalten massiv zu beeinträchtigen.

Die G7-Finanzminister räumten bei ihrem Treffen in Paris am Montag wachsende Bedenken hinsichtlich der Staatsverschuldung und der Volatilität an den Anleihemärkten ein. Sie bemühten sich um einen Konsens bei der Bewältigung globaler wirtschaftlicher Spannungen und der Koordinierung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen.

Der Ausverkauf am Rentenmarkt schwächte sich in Asien am Dienstag ab; die Renditen von US-Treasuries und japanischen Staatsanleihen gaben leicht nach, blieben jedoch in der Nähe markanter Höchststände.

Der durchschnittliche Zinssatz, den G7-Staaten für zehnjährige Kredite zahlen, nähert sich der 4%-Marke, verglichen mit etwa 3,2% vor Kriegsbeginn Ende Februar.

Andernorts zeigten Daten am Dienstag, dass Japans Wirtschaft im ersten Quartal dank solider Exporte und robustem Konsum schneller als erwartet gewachsen ist. Die Dynamik dürfte jedoch auf eine harte Probe gestellt werden, wenn die volle Wucht des Energieschocks aus dem Iran-Krieg auf Unternehmen und Verbraucher durchschlägt.

Die positiven Zahlen konnten dem Yen kaum Auftrieb geben, der bei etwa 159 pro Dollar verharrte. Dies hält die Händler in Alarmbereitschaft bezüglich möglicher Interventionen der japanischen Behörden.

In Australien zeigten die Protokolle der Mai-Sitzung der Zentralbank, dass die Währungshüter die Zinssätze nach drei Erhöhungen in diesem Jahr als restriktiv einstufen. Dies verschaffe der Bank Spielraum, die weitere Entwicklung des Krieges zu beobachten, auch wenn die Inflation tendenziell steigen und das Wirtschaftswachstum sich verlangsamen dürfte.

Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Dienstag beeinflussen könnten:

- Britische Arbeitsmarktdaten (März)