Ein Ausblick auf den Tag an den europäischen und globalen Märkten von Ankur Banerjee

An den Märkten hat sich eine abwartende Haltung eingestellt, da die Aussicht auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran die Hoffnungen nährte und den Ölpreis unter 100 Dollar pro Barrel hielt. Da die strategisch wichtige Strasse von Hormus jedoch weiterhin weitgehend geschlossen ist, bleibt das Risiko eines Wiederaufflammens der Feindseligkeiten latent präsent.

Anleger neigen zunehmend dazu, dem Optimismus von US-Präsident Donald Trump Glauben zu schenken, wonach ein Ende des Krieges in Sicht sei, nachdem dieser erklärt hatte, dass die nächste Verhandlungsrunde bereits am Wochenende stattfinden könnte.

Der Konflikt, der am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran ausbrach, hat einen Energieschock ausgelöst, der den Internationalen Währungsfonds dazu zwang, seine Prognosen für die Weltwirtschaft nach unten zu korrigieren.

Die Kämpfe haben zudem die Aussichten für europäische Unternehmen - von Fluggesellschaften bis hin zu Einzelhändlern - getrübt, ungeachtet der Hoffnungen auf robuste Ergebnisse für das erste Quartal. Höhere Energiepreise, Störungen in den Lieferketten und ein schwächeres Wachstum schlagen sich bereits in düsteren Prognosen nieder.

Im März wurden die Märkte erschüttert, als Investoren in die Sicherheit des US-Dollars flüchteten. Doch ein zweiwöchiger Waffenstillstand Anfang April und Anzeichen für ein Friedensabkommen lösten eine fulminante Risk-on-Rallye aus.

Die meisten wichtigen Aktienbörsen haben sich wieder auf das Vorkriegsniveau vorgearbeitet, während der Dollar seine Safe-Haven-Gewinne wieder abgegeben hat. Die Stimmung erhielt weiteren Auftrieb, nachdem am Donnerstag ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel in Kraft getreten war.

Am Freitag traten die Händler jedoch vor einem weiteren entscheidenden Wochenende auf die Bremse. Die europäischen Futures deuten auf eine verhaltene Eröffnung hin, und die asiatischen Aktien notierten im Tagesverlauf schwächer, steuern aber dennoch auf ein kräftiges Wochenplus zu.

In den USA sind die Aktien nach dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Ausverkauf im März wieder auf Rekordhoch gestiegen, wobei vieles darauf hindeutet, dass die Rallye noch Potenzial hat.

Jenseits des US-Dollars ist der Krieg auch eine erneute Erinnerung daran, wie Rohstoffe die Geopolitik neu gestalten - eine Verschiebung, die Währungen wie die norwegische Krone, den kanadischen Dollar sowie den Aussie- und Kiwi-Dollar gut positioniert, um ihre grösseren Pendants zu übertreffen.

Der Yen hingegen pendelt wieder nahe der Marke von 160 pro Dollar, obwohl die Gefahr einer Intervention weniger dringlich erscheint als zuvor. Die Anleger wägten die Aussagen von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda ab, der es vermied, eine Zinserhöhung für diesen Monat in Aussicht zu stellen.

Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Freitag beeinflussen könnten:

Handelsbilanz der Eurozone für Februar.