Laut Financial Times prüft LVMH eine der bedeutendsten Umstrukturierungen in seiner fast 40-jährigen Geschichte. Die Gruppe könnte mehrere Vermögenswerte verkaufen, darunter Marc Jacobs, die Beteiligung an Rihannas Marke Fenty Beauty sowie das US-Weingut Joseph Phelps Vineyards. Diese Transaktionen, die mehrere Milliarden Euro einbringen könnten, würden eine Serie von Desinvestitionen fortsetzen, die bereits in den letzten 18 Monaten eingeleitet wurden, darunter Off-White, das China-Geschäft von DFS und der 49-prozentige Anteil an der Marke Stella McCartney.

Zeitenwende im Luxussektor

Dieser Schritt markiert eine Kehrtwende für Bernard Arnault, der LVMH durch sukzessive Akquisitionen aufgebaut hat. Seit dem Jahr 2000 hat der Konzern 206 Übernahmen getätigt, darunter Tiffany für 16 Milliarden Dollar im Jahr 2020 und Bulgari für 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2011. Doch das Umfeld hat sich gewandelt: Seit 2023 verlangsamt sich die Nachfrage, bedingt durch die sinkende Kaufkraft der sogenannten 'aspirational' Luxuskonsumenten und die kräftigen Preiserhöhungen der großen Modehäuser.

LVMH ist nun bestrebt, seine Margen zu sichern und Investitionen auf die profitabelsten Marken zu fokussieren. Moët Hennessy, eine derzeit weniger performante Sparte, soll den Markt für Aktiva wie den Rum Eminente oder Joseph Phelps sondieren. Im Beauty-Segment stünden zudem Make Up For Ever, Fresh und die 50-prozentige Beteiligung an Fenty Beauty auf dem Prüfstand. LVMH lehnte eine Stellungnahme zu diesen Informationen ab, während Bernstein-Analyst Luca Solca davon ausgeht, dass der Konzern sein Portfolio derzeit akribisch durchleuchtet, um Performance-Bremser zu identifizieren.