Wachstum nach schwachem Jahresstart

Der Umsatz im dritten Quartal beläuft sich auf 18,3 Milliarden Euro und verzeichnet organisch ein Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahr – nach einem Rückgang von 4 % im zweiten Quartal. Alle Sparten des Konzerns legen zu, mit Ausnahme des Segments Mode & Lederwaren:

  • Wein & Spirituosen (+1 %) profitieren von der starken Nachfrage nach Champagner, die die anhaltenden Schwierigkeiten im Cognac-Geschäft kompensiert.

  • Parfums & Kosmetik (+2 %) verzeichnen dank erfolgreicher Neueinführungen bei Dior und Guerlain ein solides Wachstum.

  • Uhren & Schmuck (+2 %) profitieren insbesondere von der Dynamik bei Tiffany und Bvlgari.

  • Selektiver Einzelhandel (+7 %) bleibt dank Sephora ein Wachstumsmotor. Hinzu kommt eine deutliche Belebung des Kundenverkehrs in Hongkong und Macao. Über die ersten neun Monate des Jahres gerechnet wächst die Sparte um 3 % – und ist damit die erfolgreichste Division des Konzerns.

  • Mode & Lederwaren (-2 %), das margenstärkste Segment mit dem höchsten Ergebnisanteil, bleibt zwar rückläufig, der Rückgang ist jedoch deutlich geringer als in den ersten beiden Quartalen (-5 % bzw. -9 %).

China belebt sich – Europa schwächelt

Aus geografischer Sicht kommt die Erleichterung vor allem vom chinesischen Festland, das nach mehreren schwachen Quartalen wieder in den Wachstumsbereich zurückkehrt. Die Region Asien ohne Japan wächst um 2 %. Auch die US-Kundschaft kehrt zurück, während Europa schwächer abschneidet – bedingt durch den Rückgang des Tourismus und negative Währungseffekte.

Kreativer Aufbruch und neue Konzepte

Das dritte Quartal brachte nicht nur eine Rückkehr des Wachstums, sondern auch einen kreativen Aufschwung. Neue Produkteinführungen bei Dior, Celine, Fendi und Louis Vuitton beleben das Markenportfolio. Besonders hervorsticht The Louis, ein neues Konzept in Shanghai, das Museum und Verkaufsfläche kombiniert – und innerhalb weniger Wochen zum weltweit umsatzstärksten Store für Reisegepäck avanciert ist.

Ausblick: Trendwende oder Strohfeuer?

Im vierten Quartal wird die Vergleichsbasis hoch sein, und LVMH muss sich weiterhin mit Gegenwind durch Währungseffekte auseinandersetzen. Dann wird sich zeigen, ob es sich um eine nachhaltige Trendwende handelt oder nur um ein Zwischenhoch. Für den Moment jedoch hat das Unternehmen von Bernard Arnault mit seiner Quartalsbilanz die Märkte überzeugt – die Aktie kehrt auf das Niveau von März zurück, und auch der gesamte europäische Luxussektor zeigt sich freundlich.