Frankfurt, 06. Mai (Reuters) - Die Lufthansa will trotz wachsender Risiken durch den Iran-Krieg im aktuellen Geschäft den Einstieg bei der portugiesischen Staatsgesellschaft TAP weiterverfolgen. Auf das nichtbindende werde ein bindendes Angebot folgen, erklärte Finanzchef Till Streichert am Mittwoch. "Die Krise wird nicht ewig dauern, diese Priorität ist gesetzt."

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bekräftigte die große strategische Bedeutung von TAP mit ihren Routen nach Südamerika. "Für Südamerika wären wir mit TAP perfekt aufgestellt." Derzeit habe die Lufthansa-Gruppe einen geringeren Marktanteil bei Südamerika-Flügen als Air France-KLM und die Iberia-Mutter IAG. Mit TAP würde sie gleichziehen.

"Unser Interesse ist unverändert", sagte Spohr. Portugal sei auch unabhängig davon ein interessanter Standort. So eröffnet die Wartungstochter Lufthansa Technik demnächst dort eine Betriebsstätte. Auch als Standort für eine neue Flugschule könnte das südwesteuropäische Land infragekommen. Politische Unterstützung bekommt die Lufthansa dabei von Bundeskanzler Friedrich Merz. Er hatte sich am Dienstag nach einem Treffen mit seinem portugiesischen Amtskollegen Luís Montenegro für eine Zusammenarbeit von Lufthansa und TAP ausgesprochen.

Portugal will einen Anteil von 44,9 Prozent an TAP verkaufen und ist dazu schon länger mit Lufthansa und Air France-KLM im Gespräch. Die Bieter sollen bei der Regierung in Lissabon bis Ende Juli verbindliche Offerten einreichen. Der Prozess soll bis Anfang September abgeschlossen werden.

(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Thomas Seythal)