Der britische Leitindex FTSE 100 zeigte sich am Freitag verhalten, da Verluste bei den Schwergewichten des Finanzsektors die Gewinne im Energiesektor begrenzten, obwohl der Index aufgrund wiederaufkommender geopolitischer Unsicherheiten auf seinen ersten Wochenverlust seit vier Wochen zusteuerte.

Der Blue-Chip-Index FTSE 100 lag um 1201 GMT 0,1% im Plus, verzeichnete jedoch auf Wochensicht ein Minus von über 0,7%. Die dreiwöchige Gewinnserie, in der er rund 3,5% zulegte, war die längste seit August.  

Der auf den britischen Binnenmarkt fokussierte FTSE 250 gab um 0,3% nach, nachdem er am Donnerstag ein über vierjähriges Hoch erreicht hatte. Auch hier droht die längste Gewinnserie seit April-Mai mit fünf Wochen zu reißen. 

US-Präsident Donald Trumps Zollandrohungen gegenüber Grönland am vergangenen Wochenende belasteten in dieser Woche die Stimmung der Anleger. Obwohl er später von diesen Drohungen abrückte und einen Erwerb des Gebiets mit Gewalt ausschloss, blieben die Investoren angesichts der erneuten geopolitischen Unsicherheiten nervös.

Am Markt stieg der FTSE 350 Energieindex um 1,2%, wobei BP und Shell jeweils rund 1% zulegten. Sie profitierten von einer Erholung der Ölpreise, nachdem Trump im Zusammenhang mit Iran erneut vor möglichen Lieferausfällen gewarnt hatte. 

Die Aktien von Fluggesellschaften wie International Airlines Group (IAG), dem Mutterkonzern von British Airways, und easyJet fielen um 3,5% beziehungsweise 2,7%. Die in London notierten Aktien des Kreuzfahrtbetreibers Carnival verloren 2,1%. Wizz Air gab nach einem Kursplus von bis zu 9% in der vorherigen Sitzung, ausgelöst durch Hoffnungen auf ein Friedensabkommen mit der Ukraine, um 4,2% nach. 

Finanztitel belasteten den Markt am stärksten, Banken gaben um 0,1% nach. 

Unter den Einzeltiteln verlor Babcock rund 1%, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass Vorstandschef David Lockwood bis Ende 2026 in den Ruhestand gehen wird.

Die C&C Group erreichte ein über 16-jähriges Tief, nachdem der irische Getränkehersteller seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt hatte. Als Grund wurden das schwache Vertrauen nach dem britischen Haushalt im November, der das Kaufverhalten veränderte und die Nachfrage bremste, genannt. 

Unabhängig davon zeigten offizielle Daten, dass der britische Einzelhandel im Dezember unerwartet zulegte. Stärkere Online-Umsätze stützten die Anzeichen für eine Belebung der Wirtschaft.