Die Londoner Aktien fielen am Montag, nachdem US-Präsident Donald Trump mit neuen Zöllen gegen Großbritannien und sieben weitere europäische Staaten gedroht hatte und damit Schockwellen durch die globalen Märkte schickte. Ein Lichtblick zeigte sich jedoch, als der Versicherer Beazley nach einem verbesserten Übernahmeangebot von Zurich Insurance auf ein Rekordhoch stieg.

Der Blue-Chip-Index FTSE 100 schloss 0,4% tiefer. Der auf den Binnenmarkt ausgerichtete Mid-Cap-Index fiel um 0,9% und verzeichnete damit den stärksten Tagesrückgang seit Ende November.

Trump kündigte am Samstag an, ab dem 1. Februar einen zusätzlichen Zoll von 10% auf Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Großbritannien zu erheben. Diese Zölle würden bis zum 1. Juni auf 25% steigen, sofern den USA nicht der Kauf von Grönland gestattet werde.

Die Ankündigung verunsicherte die globalen Märkte, und die Volatilität kehrte an die Börsen zurück. 

Führende EU-Staaten verurteilten die Zollandrohungen als Erpressung, und Frankreich schlug eine Reihe bislang ungetesteter wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen vor. 

Der britische Premierminister Keir Starmer rief unterdessen zu ruhigen Gesprächen auf, um die Pattsituation zu lösen.

Die Zollandrohungen werfen zudem einen Schatten auf die Handelsabkommen, die die USA im Mai mit Großbritannien und im Juli mit der EU geschlossen hatten. Beide begrenzten Abkommen wurden bereits wegen ihrer unausgewogenen Ausgestaltung zugunsten Washingtons kritisiert.

Die Verluste zogen sich durch den gesamten Londoner Aktienmarkt, wobei der Subindex für Automobile und Zulieferer um 1,8% nachgab.

Auch Luxusgüterhändler litten unter den Entwicklungen: Burberry und die Watches of Switzerland Group führten die Verluste mit Rückgängen von 2,8% bzw. 2,3% an. 

Ein Lichtblick kam jedoch aus dem Bereich der Schaden- und Unfallversicherung, der den FTSE 100 vor stärkeren Verlusten schützte. Beazley stieg um 42,9% auf ein Rekordhoch, nachdem Zurich Insurance Group 1.280 Pence je Aktie für den britischen Spezialversicherer geboten hatte.

Auch die Wettbewerber Hiscox und Lancashire legten um 9,1% bzw. 4% zu.

Zudem stiegen Edelmetallminenbetreiber um 3,1%, da Gold und Silber angesichts der Flucht in sichere Anlagen neue Rekordhöhen erreichten.

Unter den weiteren Kursgewinnern sprang WH Smith um 11% nach oben, nachdem der Reisedetailhändler den ehemaligen Balfour-Beatty-Chef Leo Quinn zum Executive Chair ernannte. Er ersetzt Annette Court in einer Führungsumstrukturierung, die das Unternehmen wiederbeleben und das Vertrauen der Anleger stärken soll.