Das belegen die Preiserhöhungen – im Schnitt 19 % –, die reibungslos durchgesetzt werden konnten, um die während des ersten Halbjahres 2025 auf historischen Höchstständen verharrenden Kakaopreise zu kompensieren. Im zweiten Halbjahr fiel der Kurs dann jedoch abrupt.
Diese Strategie ermöglicht Lindt ein organisches Wachstum von 12,4 % im laufenden Geschäftsjahr bzw. 8,2 % zu konstanten Wechselkursen – das ist die beste Performance seit zehn Jahren. Da der Konzern zudem eine leichte Margenausweitung in Aussicht stellt, dürfte das operative Ergebnis die Analystenerwartungen deutlich übertreffen und sich für das Jahr 2025 bei rund 970 Millionen Schweizer Franken einpendeln.
Ein Volltreffer also für Lindt, das – ähnlich wie beispielsweise das Champagnerhaus Laurent Perrier – zeigt, dass sich Massenvertrieb und Premium-Positionierung sehr wohl vereinen lassen. Produkte mit breiter Verfügbarkeit bieten somit mitunter mehr Resilienz als exklusiv vertriebene Marken – und das ohne Margenverzicht.
Parallel dazu baut der Konzern sein eigenes Filialnetz weiter aus – mit großem Erfolg weltweit. Noch am heutigen Morgen vermeldete Lindt einen neuen Rekord im Direktverkauf: Der Umsatz in diesem Segment wuchs um 20,8 %.
Eine der größten Stärken des Unternehmens ist seine Fähigkeit, Umsatz und Cashflow zu steigern, ohne die Kapitalintensität zu erhöhen. Diese ist über die letzte Dekade hinweg bemerkenswert stabil geblieben – trotz der Expansion und der erheblichen Inflation in diesem Zeitraum.
Mit dem 28-Fachen des für das kommende Jahr erwarteten operativen Gewinns wird Lindt aktuell exakt auf seinem historischen Bewertungsdurchschnitt gehandelt. Eine klassische Defensivaktie – und seit jeher ein Favorit von MarketScreener. In den vergangenen zehn Jahren wurde der Titel nie unter dem 23-Fachen des EBIT gehandelt – selbst nicht im Frühjahr 2020, auf dem Höhepunkt der Corona-Panik.




















