(Alliance News) - Das Schlüsselwort für den Führungswechsel bei Leonardo lautet 'Kontinuität'. Nach dem Ausscheiden von Roberto Cingolani wird der neue CEO, Lorenzo Mariani, vom Markt als eine beruhigende Wahl wahrgenommen: Als interner Manager mit langjähriger Erfahrung kennt er das Unternehmen, die Belegschaft und die industriellen Prozesse in- und auswendig. Flankiert wird er von Gian Piero Cutillo, der zum Co-Generaldirektor ernannt wurde - ebenfalls ein langjähriges Profil innerhalb des Konzerns.

Wie Milano Finanza berichtet, wird das neue Management das industrielle und technologische Wachstum von Leonardo konsolidieren, die Beziehungen zu den Streitkräften stärken und die Produktion der bereits in der Entwicklung befindlichen Systeme beschleunigen müssen, wobei Effizienz und Lieferkette im Fokus stehen.

Analysten behalten ihre positiven Einschätzungen für die Aktie bei, wenngleich ein Abschlag aufgrund des Managementwechsels vorgenommen wird. Zu den ersten Dossiers auf Marianis Schreibtisch gehört die Guidance für 2026: Die Ergebnisse des ersten Quartals, die über den Erwartungen lagen, könnten zu einer Aufwärtsrevision der Ziele führen. Besonderes Augenmerk gilt zudem der Integration von Iveco Defence Vehicles, die für 1,7 Milliarden EUR übernommen wurde.

Zu den strategischen Dossiers zählen ferner MBDA, das als zentraler Vermögenswert geltende Raketen-Joint-Venture, sowie der Bereich Aerostructures, für den Leonardo einen Industriepartner sucht - möglicherweise aus Saudi-Arabien -, wobei der Zeitplan der Transaktion ungewiss bleibt.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Beteiligung von 22,8% am deutschen Konzern Hensoldt: Das Vorhaben, die Kontrolle zu übernehmen, scheint sich durch die verstärkte Intervention der deutschen Bundesregierung verkompliziert zu haben. Es wird am neuen Management liegen, zu entscheiden, wie dieser Anteil wertsteigernd genutzt werden kann.

Langfristig fällt zudem das Projekt Bromo ins Gewicht, das künftige Raumfahrt-Joint-Venture mit Airbus und Thales, dessen Abschluss aufgrund regulatorischer und industrieller Komplexitäten nicht vor 2027 erwartet wird.

Von Giuseppe Fabio Ciccomascolo, Alliance News Senior Reporter

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