Lenovo sucht weltweit Partnerschaften mit mehreren großen Sprachmodellen, um seine Geräte mit KI-Technologie auszustatten und sich als globaler Akteur im Bereich künstliche Intelligenz zu etablieren, wie der Finanzvorstand des Unternehmens mitteilte.

Lenovo, der weltweit größte Hersteller von Personal Computern, plant, sein breites Produktspektrum – von PCs über Smartphones bis hin zu Wearables – mit KI-Technologie auszustatten. Anfang dieses Monats stellte das Unternehmen Qira vor, ein integriertes, geräteübergreifendes Intelligenzsystem, das mit LLM-Partnern zusammenarbeitet.    

„Wir sind das einzige Unternehmen neben Apple, das sowohl im PC- als auch im Mobilbereich einen bedeutenden Marktanteil besitzt und in den offenen Android- und Windows-Ökosystemen vertreten ist“, sagte Lenovo-CFO Winston Cheng gegenüber Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Im Gegensatz zu Apple, das derzeit nur mit OpenAI und Googles Gemini zusammenarbeitet, strebt Lenovo laut Cheng Kooperationen mit deutlich mehr LLM-Entwicklern an. 

Zu den potenziellen Partnern zählen Humain in Saudi-Arabien, Mistral AI in Europa sowie Alibaba und DeepSeek in China, so Cheng.

„Wir verfolgen einen Orchestrator-Ansatz“, sagte er. „Wir entwickeln kein eigenes LLM. Wir setzen wirklich auf Partnerschaften, da es weltweit unterschiedliche Regulierungen gibt“, erklärte Cheng, ein ehemaliger Investmentbanker im Technologiesektor, der 2024 zu Lenovo kam und im April 2025 Finanzvorstand wurde.

Auf die Frage nach den stark steigenden Preisen für Speicherchips, die sich weltweit auf die Aussichten für Elektronikhersteller auswirken, sagte Cheng, die Kosten stiegen und das Unternehmen plane, diese Erhöhungen an die Kunden weiterzugeben.

Er sagte zudem, dass er sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich eine KI-Blase bei den Bewertungen sehe und der Markt neben den Investitionsausgaben auch die Betriebskosten genau betrachten sollte.

Das Technologieunternehmen, das auch Server herstellt, gab im Januar eine Partnerschaft mit dem US-amerikanischen KI-Chip-Marktführer Nvidia bekannt, um KI-Cloud-Anbietern durch eine flüssigkeitsgekühlte, hybride KI-Infrastruktur die schnelle Inbetriebnahme von Rechenzentren zu ermöglichen. 

Cheng sagte gegenüber Reuters, dass sich die beiden Unternehmen auf die „globale Bereitstellung“ dieser Fähigkeit konzentrieren und lokal produzieren wollen. Möglicherweise werde auch ein Markteintritt in Asien oder im Nahen Osten in Betracht gezogen.