Legrand glänzt am Donnerstag an der Börse dank seiner starken Quartalsperformance. 'Solide Ergebnisse, die jedoch fast ausschließlich von den US-Rechenzentren getragen werden', resümiert Stifel, die den Titel auf 'Neutral' belassen.

Im ersten Quartal erreichte der Umsatz der Gruppe 2,54 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 11,4 % entspricht und den Konsens von 2,47 Mrd. EUR übertrifft. Die Region Nord- und Mittelamerika, die fast die Hälfte der Erlöse des Infrastrukturspezialisten ausmacht, verzeichnete auf vergleichbarer Basis ein Wachstum von 25,8 %. In den USA sprangen die Umsätze um 29,1 % nach oben.

'Geografisch gesehen bleibt Europa mit einem Umsatzrückgang von 1,2 % und einem negativen organischen Wachstum von 2,8 % das Hauptsorgenkind des Quartals, was den weiterhin schwachen Baumarkt widerspiegelt', betont AlphaValue. Getrieben durch den Boom der künstlichen Intelligenz und den Bedarf an digitaler Infrastruktur könnte das Segment der Rechenzentren laut dem Management bereits 2026 rund 30 % des Umsatzes von Legrand ausmachen, gegenüber 26 % im Jahr 2025.

Das bereinigte operative Ergebnis belief sich auf 524,7 Mio. EUR, ein Plus von 11,5 %, während die Markterwartungen bei 519 Mio. EUR lagen. Der Nettogewinn erreichte 335 Millionen Euro, was einer Steigerung von 14,2 % entspricht und im Rahmen der Prognosen liegt.

'Legrand hat heute Morgen sehr solide Zahlen zum organischen Wachstum vorgelegt, überrascht jedoch bei der Marge durch das Fehlen von Hebeleffekten', notiert AlphaValue und behält die Empfehlung 'Neutral' bei. 'Die bereinigte EBIT-Marge blieb im ersten Quartal 2026 mit 20,7 % stabil und ging ohne den positiven Effekt der Akquisitionen sogar um 20 Basispunkte zurück'.

Investorentag am 29. September in Singapur

In einer Pressemitteilung begrüßte der CEO von Legrand, Benoît Coquart, das 'anhaltende' Wachstum der Geschäftstätigkeit, das sowohl durch den Aufschwung der Rechenzentren als auch durch die Akquisitionsstrategie der Gruppe genährt wurde.

Seit Jahresbeginn hat Legrand vier gezielte Akquisitionen in den Bereichen Rechenzentren und Energiewende angekündigt, zwei Märkte, die als wesentliche Wachstumstreiber gelten.

Die Gruppe bestätigte zudem ihre Ziele für 2026. Angestrebt wird weiterhin ein organisches Umsatzwachstum zwischen 4 % und 7 % sowie eine bereinigte operative Marge nach Akquisitionen zwischen 20,5 % und 21 %.

Parallel zur Veröffentlichung der Ergebnisse kündigte Legrand die Organisation eines Investorentags am 29. September in Singapur an. Dort wird die Gruppe eine Aktualisierung ihrer Roadmap bis 2030 vorstellen, mit einem besonderen Fokus auf die Strategie im Bereich Rechenzentren.

'Was den Nahen Osten betrifft, so bleibt das direkte Engagement der Gruppe mit weniger als 2 % des Umsatzes begrenzt. Bisher wurden keine signifikanten Auswirkungen auf den Absatz festgestellt, auch wenn die geopolitischen Spannungen den Druck auf bestimmte Kosten, insbesondere Transport und Rohstoffe, erhöhen', unterstreicht Jefferies, die den Wert auf 'Kaufen' belassen.